Adickes, Franz Bourchard Ernst

* 19.2.1846 in Harsefeld (Hannover)

† 4.2.1915 in Frankfurt / Main

Dr. jur., Dr. med. h.c. der Universität Marburg 1900, Dr. jur. h.c. der Universität Gießen 1909.

Mitglied der Allemannia vom 6.5.1864 bis 5.11.1864, assoziiertes Mitglied vom 5.11.1864 bis April 1865, wieder ordentliches Mitglied seit 5.7.1886.

F. Adickes war als Oberbürgermeister von Altona (1883-1890) und besonders Frankfurt am Main (1891-1912) einer der bedeutendsten Kommunalpolitiker um die Jahrhundertwende. Einige seiner Leistungen seien hier genannt:

-       Erbauung von Kai- und Hafenanlagen etc. in Altona

-       Stadtplanung in Frankfurt; auf seine Initiative geht das heutige Ringstraßensystem zurück ("Adickes-Allee")

-       Eine "Lex Adickes" legte Grundstücksspekulanten in Frankfurt das Werk (Städtisches Grundstücksumlagegesetz)

-       Seine Grundgedanken der Stadtplanung gingen in die meisten Stadtaufbaupläne nach 1945 ein

-       Er gründete das erste Wohnungsamt

-       Er betätigte sich als Vorkämpfer für eine Einkommensabstufung nach Familienstand und Kinderzahl

-       Bau des Frankfurter Osthafens, der Universität und Festhalle

-       Autor vieler juristischer Schriften

Adickes’ Absicht, die akademische Laufbahn einzuschlagen, mußte er aufgeben, als ihn 1873 trotz seiner Jugend die Stadt Dortmund zum (beigeordneten) zweiten Bürgermeister wählte. Hier bewies er sein großes Verwaltungstalent in der Neugestaltung des Armenwesens. Einen größeren Wirkungskreis bot ihm Altona, wo er bald zum Leiter der städtischen Geschicke emporwuchs, obwohl er erst 1883 dem unfähigen Vorgänger als Oberbürgermeister nachfolgte. Hier erprobte er sich erstmals als Städteplaner großen Stils. Durch den Ausbau der Hafenanlagen sicherte er Altonas eigenständige Bedeutung neben Hamburg. Seine Tätigkeit brachte ihn mit Bismarck in Verbindung und mit Johannes Miquel, damals Oberbürgermeister in Frankfurt am Main, zu dessen Nachfolger er am 14.10.1890 mit fast absoluter Mehrheit gewählt wurde. Als Oberbürgermeister von Frankfurt hat er sich in die vorderste Reihe der deutschen Kommunalpolitiker gestellt. Sein gesamtes Wirken als „Repräsentant einer städtischen Macht, die hinter keiner Fürstlichkeit zurückstand“, war auf eine gesunde Sozialpolitik ausgerichtet. Er war bahnbrechender Vorkämpfer für gesündere Lebensverhältnisse, besonders der Arbeiterschaft, blieb politisch allerdings unabhängig. Diesem Ziel ebenso wie der Förderung von Industrie, Handel und Verkehr diente die planmäßige Vorbereitung und Schaffung neuen Siedlungsraumes im weiten Umkreis der Stadt und Eingemeindung zahlreicher Vororte. Die dabei nötige Umwandlung von Acker- und Gartenland in Baugelände unter öffentlich-rechtliche Regelung zu stellen und der Bodenspekulation entgegenzuwirken, war sein Grundgedanke, wie es in der „Lex Adickes“ genannten Verordnung zum Ausdruck kommt.

Auch in der Kulturpolitik hat er Bleibendes geschaffen. Sein Anteil an der Reform des höheren Schulwesens, seine Förderung der Künste und die Schaffung der Städtischen Galerie seien erwähnt. Am meisten lag ihm der Ausbau der verschiedenen schon vorhandenen oder in der Entwicklung begriffenen wissenschaftlichen Anstalten zu einer städtischen Universität am Herzen. Auf Grundlage verschiedener Stiftungen gelang Zug um Zug das große Werk, dessen Vollendung er am 26.10.1914 kurz vor seinem Tode noch erlebte.

Lebenslauf: aufgewachsen in Lesum an der Wümme (Nähe Bremen) und Hannover, Abitur Ostern 1864 in Hannover. Jurastudium: SS 1864 - WS 1864/65 Heidelberg, SS 1865 München, WS 1865/66 - SS 1867 Göttingen, 1. jur. Staatsexamen Juli 1867 in Celle, 2. jur. Staatsexamen 1.2.1873 in Berlin. Dr. jur. 1867 in Göttingen, 1867 - 1873 Auditor (Referendar) am Amtsgericht in Neustadt am Rübenberge, nach Kriegsschluß 1871 in Göttingen, 1.2.1873 - 19.7.1873 Gerichtsassessor, 19.7.1873 bis Sept. 1876 2. Bürgermeister in Dortmund, Okt. 1876 - 1883 2. Bürgermeister in Altona, 1883 - 1890 Oberbürgermeister von Altona, 11.1.1890 - 1.10.1912 Oberbürgermeister in Frankfurt/M., dann i.R. in Frankfurt, gestorben am 4.2.1915 in Frankfurt.

Sonstige Tätigkeiten: Seit 1884 lebenslängliches Mitglied des preußischen Herrenhauses,

Literatur: F. Adickes, in Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte, 1979 (Hrsg.) Klaus Schwab, Harald Boldt-Verlag, Boppard 1981, 18 Seiten, mit Literaturangaben. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker, Teilband A-E, (Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1996), S. 4. Lebensbild: NDB (= Neue Deutsche Biographie) Bd. 1, S.67-68.

 

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Franz_Adickes

wiki-de.genealogy.net/Franz_Adickes

http://www.deutsche-biographie.de/sfz35114.html

www.uni-protokolle.de/Lexikon/Franz_Adickes.html

http://www.frankfurt.frblog.de/franz-adickes

wiki.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/SOZFRA/index.php

www.frankfurter-verbindungen.de/korporierte/a.html

www.frankfurt-nordend.de/str/str_adickesallee.htm

http://www.knerger.de/html/adickespolitiker_31.html

http://www.lagis-hessen.de/pnd/118647008

http://www.senckenbergische-stiftung.de/highlights_2.html

http://www.polytechnische.de/das-alte-und-das-neue-frankfurt-franz-adickes-der-kaisersaal-und-die-erweiterung-des-r%C3%B6mers-um-1900-2013-04-17.aspx

http://www.google.de/search?q=franz+adickes&hl=de&rlz=1C2SFXN_enDE501DE518&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=0Gl-UYGzAcfltQbKwoHwAw&sqi=2&ved=0CDoQsAQ&biw=1280&bih=923

 

 

Beseler, Wilhelm

* 18.5.1839 in Schleswig

† 9.5.1923 in Bückeburg

Wilhelm Beseler war Oberbürgermeister in Bückeburg.

Mitglied der B. Allemannia seit 28.1.1858.

Lebenslauf: aufgewachsen in Schleswig, Besuch des Gymnasiums in Schleswig. Jurastudium: WS 1857/58 – WS 1858/59 Heidelberg, weitere Angaben über den Studiengang fehlen. Examina: nicht bekannt, 1861 Kammergerichtsauskultator, 1866 Rechtsanwalt in Kiel, 1867 auch Notar, 1868 in desgl. Preetz, 1872 in Mariental bei Wandsbek, 1877 Stadtsyndikus in Hameln, dann bis 1890 in Oldenburg i.O., 1892 Bürgermeister in Bückeburg. 1893 Oberbürgermeister in Bückeburg, Ausbau der Gaswerke, der Kanalisation, Neubauten, 1904 Oberbürgermeister a.D. in Bückeburg, gestorben am 9.5.1923 in Bückeburg.

Sein Vater war Wilhelm Hartwig Beseler (Alte Kieler B. Germania 1824, Alte Heidelberger B. 1825), * 2.3.1806 in Schloß Marienhausen bei Jever; † 2.9.1884 in Bonn. Er war ebenfalls ein bekannter Kommunalpolitiker.

Links:

territorial.de/schaumb/bueckebg/landkrs.htm

www.bueckeburg.de/901

Links zum Vater Wilhelm Hartwig Beseler:

de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Beseler de.wikisource.org/wiki/ADB:Beseler,_Wilhelm

Literatur über Wilhelm Hartwig Beseler: Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker, Teilband A-E, (Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1996), S. 92. (ISBN 3-8253-0339-X)

 

Blunck, Hans Friedrich

* 3.9.1888 in Altona bei Hamburg

† 25.4.1961 in Hamburg-Altona

Hans Friedrich Blunck war einer der bekannteren Schriftsteller Deutschlands.

Mitglied der B. Teutonia Kiel (Kartellverbindung der B. Allemannia Heidelberg seit 1863) seit SS 1907, Mitglied der B. Allemannia Heidelberg 16.10.1908 bis 1.8.1909 und wieder ab 8.11.1915.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Altona (heute: Hamburg-Altona). Jurastudium: SS 1907 - SS 1908 Kiel, WS 1908/09 - SS 1910 Heidelberg, WS 1910/11 Kiel, 1. jur. Staatsexamen Dezember 1910, 2. jur. Staatsexamen 1918 als Soldat. 1911 - 1914 Referendar in Altona-Blankenese, 1918 - 1920 Assessor in Hamburg, 1920 - 1929 Regierungsrat in Hamburg, Deputation Handel und Schiffahrt, 1929 i.R., von da ab nur noch Ehrenämter und literarische Arbeit, die er bereits seit 1910 betrieben hatte, 1925 - 1928 Syndikus der Universität Hamburg. Er lebte ab 1931 auf seinem Gut "Mölenhoffhuus" bei Grebin bei Plön als freier Schriftsteller und nach dem Tod seiner Frau am 23.6.1957 ab 1958 wieder in Hamburg-Altona.

Blunck war Ende 1933 bis Anfang 1935 Präsident der Reichsschrifttumskammer, legte sein Amt nieder, als er seine Vorstellungen den Nationalsozialisten gegenüber, dass jüdische Schriftsteller nicht ausgegrenzt werden, nicht durchsetzen konnte; nach 1935 war er Altpräsident der Kammer. Mitglied des Reichskultursenats und des Senats der Akademie der Dichtung. 1937 Präsident des deutschen Auslandswerks (zwischenstaatliche Freundschaftsgesellschaften). Am 3.9.1938 (50. Geb.) Verleihung der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft („Nobelpreisersatz“ im 3. Reich). Blunck behielt ein sehr distanziertes Verhältnis zum Nationalsozialismus und ließ sich von den Nazis nicht vor deren Karren spannen, obwohl die Thematik seiner Dichtungen in die damalige Ideologie paßte. Blunck wurde aufgrund von Verleumdungen im Jahre 1945 vorübergehend interniert. Die Anfeindungen erwiesen sich als haltlos. Er erhielt erst 1949 nach einer "Entnazifizierung" wieder die Berechtigung zu publizieren.

Werke:

- „Hein Hoyer“ Ein Roman von Herren, Hansen und Hagestolzen (Hamburg: Deutsche Hausbücherei, 1920), 221 S.- (Hamburg: Deutsche Hausbücherei, 1920).

- „Köst bi Wessels Speeldeel“ in 3 Optög, Rechtschriwung na de Lübecker Beslöt vun negentainhunnertnegentain (Hamburg : Hanf, 1920), 112 S.

- „Totentanz“, Roman (Braunschweig: Westermann, 1922), 344 S.

- „Berend Fock“, Die Mär vom gottabtrünnigen Schiffer, mit sieben Holzschnitten von Hans Pape. (München, 1923), 311 S.

- „Kampf der Gestirne“ (Jena: Diederichs, 1926), 273 S.

- „Streit mit den Göttern“, Die Geschichte Welands des Fliegers (München: Georg Müller, 1926), 282 S.

- “Vun wilde Keerls in'n Brook”, Neue plattdeutsche Märchen (Jena: Diederichs, 1926), 78 S., Ill.

- „Die Weibsmühle“, Ein Roman aus Brasilien (Jena: Diederichs, 1927), 290 S.- (Jena: Diederichs, 1940), 289 S.

- „Unruhe“ [= Unsere deutschen Erzähler, Reihe, Nr. 4, 2] (Berlin: Vaterländische Verl.- und Kunst-Anst., 1928), 134 S.

- „Gewalt über das Feuer“, Eine Sage von Gott und Mensch (Jena: Diederichs, 1928), 225 S.

- „Land der Vulkane“, Eine Geschichte von drüben (Berlin: Wegweiser-Verlag, 1929), 259 S.- 1.-10. Tsd. der Volksausgabe (Jena: Diederichs, 1941), 235 S.

- „Volkswende“, Ein Roman dieser zwei Jahrzehnte, zugleich Versuch einer Chronik (Bremen: Schünemann, 1930), 548 S.

- „Der Trost der Wittenfru“, Ein Märchenbuch [= Inselbücherei, Nr. 110. (Leipzig: Insel, 1933), 76 S.- 41.-50. Tsd. (Leipzig: Insel, 1944).

- „Deutsche Schicksalsgedichte“ [=Schriften an die Nation, Nr. 57] (Oldenburg i.O.: Stalling, 1933), 61 S.

- „Deutsche Kulturpolitik“, Eine Rede (München: Langen-Müller, 1934), 41 S.

- „Das Nibelungenlied“, mit Bildern aus der Hundeshagenschen Handschrift erzählt und begleitet von Hans Friedrich Blunck (Leipzig: Bibliogr. Inst., 1934), 56 S., Ill.

- „Fru Holle un de Mönk“, Ungelehrte hoch- und plattdeutsche Ballade [= Die kleine Bücherei, Nr. 31. (München: Langen, 1934), 53 S.

- „Die Urvätersaga“, 1.-10. Tsd. (Jena: Diederichs, 1934), 363 S.- 11.-20. Tsd. (Jena: Diederichs, 1934).

- „Die große Fahrt“, Ein Roman von Seefahrern, Entdeckern, Bauern und Gottesmännern (Hamburg: Deutsche Hausbücherei, 1934), 300 S.

- „Werdendes Volk“, Die Romane der Niederdeutschen Trilogie Stelling Rotkinnsohn, Hein Hoyer, Berend Fock (München: Langen, 1934), 562 S.

- „Das Deutschlandbuch“, hrsg. von Hans Friedrich Blunck. Unter Mitwirkung von Hans Brandenburg (Berlin: Franke, 1935), 307 S.

- „Gesammelte Werke“ (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1936).- (1937)

- „König Geiserich“, Eine Erzählung von Geiserich und dem Zug der Wandalen (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1937), 397 S.

- „Die nordische Welt: Geschichte, Wesen und Bedeutung der nordischen Völker“ (Berlin: Propyläen-Verlag, 1937), XVIII, 651 S., zahlr. Ill., Kt.

- „Rechtfertigung vor Freunden“ (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1937), 419 S. [Gesammelte Werke - enthält u.a. Die Urvätersaga]

- „Wolter von Plettenberg. Deutschordensmeister in Livland“, Einmalige Ausgage [=Deutsche Hausbücherei Hamburg, Nr. 521] (Hamburg: Deutsche Hausbücherei, 1938), 284 S.

- „Demut vor Gott, Ehre dem Reich, Hochzeit der Künste“, Eine Dankesgabe des Europäischen Schrifttums, hrsg. von Ernst A. Dreyer (Berlin: Frundsberg-Verlag, 1938), 297 S., 1 Portr.

- „Gestühl der Alten“ [=Insel-Bücherei, Nr. 538] (Leipzig: Insel, 1939), 78 S.

- „Gedichte“ [=Die kleine Bücherei, Nr. 112] (München: Langen-Müller), 45 S.- 11.-20. Tsd. (München: Langen-Müller, 1940).

- „Die Jägerin“, Roman (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1940), 245 S.- 150. Tsd. (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1943).

- „Sage vom Reich“ (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1941), 496 S.

- „Das Andachtbüchlein“ [=Deutsche Reihe, Nr. 118 (Jena: Diederichs, 1942), 64 S.

- „Die Lügenwette: Schelmenspiel in drei Aufzügen“ (Berlin: Theaterverl. Langen-Müller, 1942), 120 S.

- „Sommer im Holmenland“, Roman (Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1943), 365 S.

- „Volksbuch der Sage vom Reich“ (Prag: Noebe, 1944), 348 S.

- „Die Sardens und der Besessene“ (Flensburg [u.a.]: Wolff, 1952), 525 S.

- „Unwegsame Zeiten“ [=Hans Friedrich Blunck, Lebensbericht, Bd. 2] (Mannheim: Kessler, 1952), 602 S.

- „Kampf um Neuyork“. Die Geschichte des Pfälzers Jakob Leisler, Sonderausg. (Stuttgart u. a. : Europäischer Buchklub, 1953), 545 S., 1 Kt.

- „Donausagen“, hrsg. von Hans F. Blunck (Stuttgart: Carl, 1959), 283 S., Ill.

 

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Hans_Friedrich_Blunck

www.polunbi.de/pers/blunck-01.html

www.ins-db.de/autor-werke.php

naxos.bsz-bw.de/rekla/show.php

www.sehepunkte.de/2005/03/pdf/5053.pdf

www.munzinger.de/search/portrait/Hans+Friedrich+Blunck/0/1728.html

www.uni-goettingen.de/de/37386.html

homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/blunck.pdf

www.vimu.info/biography.jsp

www.spiegel.de/spiegel/print/d-43161047.html

www.zeit.de/1963/38/an-hans-friedrich-blunck

www.google.de/search

 

 

 

Bunnemann, Gerhard

* 29.10.1842 in Kloster Loccum

† 22.12.1925 in Bielefeld

1881-1911 Oberbürgermeister in Bielefeld.

Mitglied der B. Allemannia seit 11.1.1862.

G. Bunnemann veranlaßte zahlreiche Neubauten, wie das Rathaus, das Stadttheater und den Bau verschiedener sanitärer Einrichtungen. Nach ihm war dort eine Straße benannt. Nachdem die Straße durch Stadterneuerung aufgegeben wurde, wurde ein Altstadtplatz in Bielefeld nach ihm benannt. Während seiner Amtszeit nahm die Stadt Bielefeld einen großen wirtschaftlichen Aufschwung und verdoppelte ihre Einwohnerzahl. Siehe auch: Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker, Teilband A-E, (Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1996), S. 154. (ISBN 3-8253-0339-X).

Lebenslauf: aufgewachsen in Kloster Loccum. Jurastudium: SS 1862 Göttingen, WS 1862/63 - SS 1863 Heidelberg, WS 1863/64 - SS 1865 Göttingen. 1. jur. Examen 1866, 2. jur. Staatsexamen Dezember 1870.. 21.6.1866 - 1870 Auditor beim Amtsgericht Herzberg/Harz, 1870 - 1873 Gerichtsassessor in Berlin, 1873 - 1875 Erster Beigeordneter des Oberbürgermeisters in Elberfeld, 1875 - 1881 Bürgermeister in Bad Kreuznach, 1881 - 1911 Oberbürgermeister in Bielefeld und Ernennung zum Geheimrat. Er vertrat die Stadt als Mitglied des Westfälischen Provinzialrates und als Abgeordneter im Preußischen Herrenhauses. Nach zweimaliger Verlängerung seiner Amtszeit trat er 1910 in den Ruhestand und wurde Ehrenbürger der Stadt Bielefeld..1911 - 1925 i.R. in Bielefeld, gestorben am 22.12.1925 in Bielefeld.

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Bunnemann

toolserver.org/~apper/pd/person/Gerhard_Bunnemann

www.enzyklo.de/Begriff/Gerhard%20Bunnemann

de.vionto.com/show/me/Gerhard+Bunnemann

www.normannia-nibelungen.de/article-11-beruehmte-burschenschafter-in-und-aus-bielefeld.html

www.bad-kreuznach.de/sv_bad_kreuznach/Tourismus,%20Kultur,%20Sport/Stadtportr%C3%A4t/B%C3%BCrgermeister%20und%20Oberb%C3%BCrgermeister/

fuehrungsgruppe.beepworld.de/damals.htm

www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/schaller-schaukelbruecke.html

 

 

 

Eimer, Gustav Heinrich Theodor

* 22.2.1843 in Stäfa (Kt. Zürich, Schweiz)

† 29.5.1898 in Tübingen

Ordinarius für Zoologie in Würzburg und Tübingen.

Mitglied der B. Germania Tübingen (Kartellburschenschaft der B. Allemannia Heidelberg seit ihrer Gründung im WS 1856/57) seit seinem Studienbeginn im SS 1862, Mitglied der B. Allemannia 16.11.1864 bis Januar 1867 und dann wieder ab 5.7.1886.

Th. Eimer beschäftigte sich als Biologe zunächst mit morphologisch-physiologischen und histologischen Arbeiten. Als Gegner der Selektionstheorie Darwins entwickelte er eine Theorie der gerichteten Artentfaltung, nach Johann Wilhelm Haacke "Orthogenesis" genannt. Diese führte die Entstehung neuer Arten und Eigenschaften mit der Prämisse der Vererbung erworbener Eigenschaften auf physiologisch-chemische Prozesse zurück. Die in seinem Hauptwerk „Die Entstehung der Arten auf Grund von Vererben erworbener Eigenschaften“ (3 Teile, 1888-1901, Teil 2 und 3 zusammen mit Carl Fickert) dargelegte Theorie ist inzwischen wissenschaftlich überholt. Seine Verdienste liegen in der Beobachtung und Beschreibung phylogenetischer Vorgänge. 1879 erfolgte die Aufnahme in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina. Lebensbilder: NDB (= Neue Deutsche Biographie) Bd. 4, S. 393 f.; ADB (= Allgemeine Deutsche Biographie) Bd. 48, S. 300 – 301. Sein Vater Heinrich E. war 1833 Teilnehmer am Frankfurter Wachensturm, deshalb als pol. Flüchtling in der Schweiz, später Badearzt in Langenbrücken (heute Bad Schönborn-Langenbrücken).

Lebenslauf: aufgewachsen in Stäfa bei Zürich in der Schweiz, dann in Donaueschingen und ab 1864 in Lahr. Medizin- und Naturwissenschaftsstudium: WS 1862/63 - WS 1863/64 Tübingen, SS 1864 Freiburg, WS 1864/65 Heidelberg, SS 1865 - WS 1865/66 Tübingen, SS 1866 - WS 1866/67 Berlin, 1867 Dr. med. in Berlin (unter R. Virchow), 1868 med. Staatsexamen in Berlin. Zoologiestudium: 1868 – 1869 in Freiburg und Paris, Examen in Zoologie 1869 in Würzburg. 1870 Habilitation in Würzburg, Prosektor der zootomischen Anstalt der Universität Würzburg, 15.12.1870 Privatdozent an der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg, 30.10.1874 von seinen Verpflichtungen in Würzburg entbunden wegen seiner Berufung als Professor an das Polytechnicum in Darmstadt (Inspektor des Darmstädter Museums). 1875 – 1898 ord. Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Tübingen. Er unternahm Forschungsreisen nach Italien, Ägypten sowie in den Nahen Osten (1878/79). Gestorben am 29.5.1898 in Tübingen, beigesetzt auf dem Heidelberger Bergfriedhof.

Werke:

-       „Zur Geschichte der Becherzellen“,

-       „Studien zur Fettresorption und zur Entstehung der Schleim- und Eiterkörperchen“,

-       „Zur Kenntnis vom Bau des Zellkerns“,

-       „Über amöboide Bewegung der Zellenkörperchen“,

-       „Untersuchungen über das Variieren der Mauereidechse“,

-       „Über gesetzmäßige Zeichnung bei Reptilien“,

-       „Über die Zeichnungen der Vögel und Säugetiere“,

-       „Über Zeichnung der Tiere, 1. und 2. Abt.“,

-       „Die Entstehung der Arten aufgrund von Vererben erworbener Eigenschaften nach den Gesetzen organischen Wachsens“,

-       „Artbildung und Verwandtschaft bei den Schmetterlingen“.

 

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Eimer

http://www.deutsche-biographie.de/sfz52861.html

www.studion.uni-tuebingen.de/mediawiki/index.php/Professorengalerie:_Theodor_Eimer

publicus.culture.hu-berlin.de/sammlungen/person/527

wapedia.mobi/de/Theodor_Eimer

d-nb.info/gnd/116424524

www.nceas.ucsb.edu/~alroy/lefa/Eimer.html  

http://www.biodiversitylibrary.org/bibliography/1350

http://jhmas.oxfordjournals.org/content/XXXIV/1/40.extract

suite101.com/article/theodor-eimer-defender-of-orthogenesis-a362966

 

 

 

 

 

Eisenmann, Oskar Friedrich

* 14.1.1842 in Berlin

† 21.8.1933 in Karlsruhe

Dr. phil., Geh. Reg.-Rat, Direktor der Kasseler Gemäldegalerie.

Mitglied der B. Germania Tübingen (Kartellburschenschaft der B. Allemannia Heidelberg seit ihrer Gründung im WS 1856/57) seit seinem Studienbeginn im WS 1862/63, Mitglied der B. Allemannia 9.5.1862 bis 18.7.1864 und dann wieder ab 3.8.1891.

Oskar Eisenmann betätigte sich als Kunsthistoriker und Schriftsteller. Er hat 1926 in Karlsruhe im Selbstverlag einen Gedichtband erscheinen lassen. "Es ist ein schmuckes Bändchen, das zeigt, daß der greise Verfasser sich einen offenen Blick und ein warmes Herz bewahrt hat für die Kunst, der sein Leben geweiht war, für die Reize der Natur und für unser Volk und Vaterland in schönen und trüben Tagen. Es ist mir Altem eine besondere Freude, auf dieses Buch eines noch Älteren hinweisen zu können, der uns angehört. Möge unser Nachwuchs sich daran erbauen, wie ich es getan habe!" - schreibt der damalige Redakteur der Allemannenzeitung, Franz Dörr, dazu.

Lebenslauf: aufgewachsen in Berlin. Jurastudium: WS 1861/62 Tübingen, SS 1862 - SS 1863 Heidelberg, weiterer Studiengang nicht bekannt. Nach Abschluß des Jurastudiums zunächst Privatgelehrter in München, als Schriftsteller bekannt durch kunsthistorische Arbeiten, 1877 als Direktor an die Kasseler Gemäldegalerie berufen, ab 1911 i.R. in Karlsruhe, gestorben am 21.8.1933 in Karlsruhe.

 

Links:

de.wikisource.org/wiki/Oskar_Eisenmann

de.wikisource.org/wiki/Kategorie:ADB:Autor:Oskar_Eisenmann

de.wikipedia.org/wiki/Tauberbischofsheimer_Altar

http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Galerie_(Kassel)

http://burckhardtsource.org/show_letter?id=116&data-title=oskar-eisenmann-1890-08-19&data-verticalTitle=oskar-eisenmann-1890-08-19&data-type=book&data-id=letter_116&data-boxTitle=&data-replaceContent=&data-url=%2Fshow_letter%3Fid%3D116

http://www.swp.de/bad_mergentheim/lokales/tauberbischofsheim/Anruehrender-Ausdruck;art5656,1916578

http://www.digital-collections.de/index.html?c=autoren_index&l=en:&ab=Eisenmann%2C+Oskar  

 

 

 

 

Engel, Julius

* 27.8.1842 in Schleswig

2.4.1926 in Hamburg

Landgerichtspräsident in Hamburg

Mitglied der B. Teutonia Kiel (Kartellburschenschaft der B. Allemannia seit 1863) seit SS 1862, Ehrenmitglied der B. Allemannia seit 5.7.1886.

Bemerkungen: Julius Engel war SS 1862 - SS 1863 bei der B. Teutonia Kiel aktiv. Als inaktiver Kartellbruder der Allemannia verkehrte er im WS 1863/64 und SS 1864 bei der Allemannia. Er erhielt zum 500. Universitätsjubiläum und 30. Stiftungsfest der Allemannia am 5.7.1886 die Ehrenmitgliedschaft, zusammen mit Franz Adickes, Bernhard Erdmannsdörffer und Georg Weber.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Schleswig. Jurastudium: SS 1862 - SS 1863 Kiel, WS 1863/64 - SS 1864 Heidelberg, WS 1864/65 - SS 1867 Kiel, 1. jur. Staatsexamen 1867 in Kiel, 2. jur. Staatsexamen 1871. 1867 - 1871 Referendar, Sekretär auf dem Amtsgericht Reinbek, 1871 - 1880 Rechtsanwalt und Notar in Neumünster (Holst.), 1880 - 1882 Amtsrichter in Hamburg, 1882 - 1885 Landrichter in Hamburg, 1885 - 1893 Landgerichtsdirektor in Hamburg, 1893 - 1900 Oberlandesgerichtsrat in Hamburg, 1900 - 1917 Landgerichtspräsident in Hamburg, 1917 - 1926 i.R. in Hamburg, gestorben am 2.4.1926 in Hamburg.

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Engel

 

 

Erdmannsdörffer, Bernhard

* 24.1.1833 in Lucka bei Altenburg

† 1.3.1901 in Heidelberg

Prof. Dr. phil., Ordinarius für Geschichte in Greifswald, Breslau und Heidelberg

Bernhard Erdmannsdörffer war seit seinem Studienbeginn im WS 1852/53 Mitglied der B. Teutonia Jena (Kartellburschenschaft der B. Allemannia seit 18.5.1961). Er war seit 1874 in Heidelberg als Alter Herr der Teutonia Jena ansässig.  Aus diesem Grunde erhielt er anläßlich des 500. Universitätsjubiläums und des gleichzeitig stattfindenden 30. Stiftungsfestes der Allemannia am 5.7.1886 deren Ehrenmitgliedschaft.

Vater von Otto Heinrich Erdmannsdörffer.

Bernhard Erdmannsdörffer hat geschichtswissenschaftlich neue Wege gewiesen, indem er einen der engsten hervorragenden Mitarbeiter des Großen Kurfürsten in den Mittelpunkt rückte und damit die bisherige einseitige Betrachtung der hohenzollernschen Herrscherleistungen zu überwinden half. Sein Hauptwerk, eine bis heute noch nicht überholte, aus den Akten gearbeitete Gesamtdarstellung des Zeitraumes zwischen 1648 und 1740, zugleich die beste Geschichte über den Großen Kurfürsten, bildet den Abschluß einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Gegenstand und zeigt ihn als Meister einer „staatsverbundenen Kulturgeschichte“ (Srbik) wie auch des psychologischen Portraits. Der kleindeutsche Standpunkt wurde ganz verlassen und eine gerechte Würdigung der politischen Leitungen Österreichs erreicht.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Lucka bei Altenburg (Thüringen). Klassisches Philologie- und Geschichtsstudium: WS 1852/53 - WS 1853/54 Jena, sonst nichts Genaueres bekannt. Staatsexamen in Geschichte, Zeitpunkt nicht bekannt. Dr. phil., Promotion bei J. G. Droysen in Jena. Nach kurzer Hauslehrertätigkeit in Ostpreußen und Venedig, der sich eine Reise durch Italien anschloß, habilitierte er sich 1858 in Jena über die italienisch-deutschen Handelsbeziehungen im Mittelalter. Nov. 1859 – Aug. 1860 zweite Italienreise (Florenz, Pisa, Rom, Turin) im Auftrage der Historischen Kommission zur Vorbereitung der Herausgabe der Reichstagsakten. 1861 – 1861 in Berlin bei Droysen an einer Arbeit über Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Seit 1862 Priv.-Doz. der Geschichte in Berlin, ab 1864 auch Vorlesungen an der Kriegsakademie, 1869 – 1871 a.o. Prof. der Geschichte in Berlin, 1871 - 1873 Ordinarius für Geschichte in Greifswald, 1873 - 1874 Ordinarius für Geschichte in Breslau, ab 1874 Ordinarius für Geschichte in Heidelberg (auf Betreiben seines Vorgängers Treitschke), SS 1994 und WS 1884/85 Prorektor der Universität in Heidelberg (d.h. eigentlich Rektor, der offizielle Rektor war damals immer der regierende Landesfürst), gestorben am 1.3.1901 in Heidelberg, Grab auf dem Heidelberger Bergfriedhof. 

Werke:

Sein Hauptwerk ist die

-       „Deutsche Geschichte vom Westfälischen Frieden bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen“ (2 Bände, 1892/93, Neudruck 1932); er erhielt dafür 1894 den Verdun-Preis.

Weitere Werke:

-       „De commercio quod inter Venetos et Germaniae civitates aevo medio intercessit“ (1858) – also “Über den Handel, der zwischen Venedig und den deutschen Städten im Mittelalter herrschte”,

-       „Hzg. Karl Emanuel I. von Savoyen und die dt. Kaiserwahl von 1619“ (1862),

-       „F. C. Schlosser, Gedächtnisrede“ (1876),

-       „Der Große Kurfürst“ (1879),

-       „Aus Zeiten des Dt. Fürstenbundes“, Rede (1885),

-       „Mirabeau“ (1900) sowie kleinere historische Schriften.

 

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Erdmannsd%C3%B6rffer

www.deutsche-biographie.de/sfz49134.html

bibliothek.bbaw.de/kataloge/literaturnachweise/erdmanns/literatur.pdf

de.wikisource.org/wiki/Kategorie:ADB:Autor:Bernhard_Erdmannsd%C3%B6rffer

http://www.jstor.org/discover/10.2307/27600456?uid=3737864&uid=2129&uid=2&uid=70&uid=4&sid=21102140533291

http://toolserver.org/~apper/pd/person/Bernhard_Erdmannsd%C3%B6rffer

http://universal_lexikon.deacademic.com/234571/Erdmannsd%C3%B6rffer

http://www.enzyklo.de/Begriff/Bernhard%20Erdmannsd%C3%B6rffer

http://catalog.hathitrust.org/Record/000569467

http://www.worldcat.org/identities/viaf-30290221

http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/XARX4O4YAEIXD2AUL6MKDGURTJ5LXAVL

http://www.wissen.de/lexikon/erdmannsdoerffer-bernhard

 

 

 

 

Erdmannsdörffer, Otto Heinrich

* 11.3.1876 in Heidelberg

18.4.1955 in Heidelberg

Prof. Dr. rer. nat., Ordinarius für Mineralogie

Mitglied der B. Allemannia vom 10.5.1895 bis 12.11.1896 und dann wieder seit 1928.

Sohn von Bernhard Erdmannsdörffer.

Sein ruhiges und bescheidenes Wesen, seine aufrechte und lautere Gesinnung sicherten ihm bei Kollegen, Mitarbeitern und Studenten ein unbegrenztes Vertrauen und eine große Beliebtheit. Aus dem Nachruf der Universität: "Ein Jahr als Rektor und drei Jahre als Dekan amtierend hatte er besonderen Einfluß auf die Verwaltung der Universität in den letzten drei Jahrzehnten. Sein Rektorat 1931/32 fiel in eine auch in der Universitätspolitik besonders aufregende Zeit. Seiner bewundernswerten Ruhe und seinem Verhandlungsgeschick einerseits, seiner Konsequenz und Zivilcourage andererseits ist es zu verdanken, daß viel Unangenehmes der Universität überhaupt erspart blieb, anderen Dingen aber die Schärfe genommen wurde.- Männlichen Mut bewies er nicht nur dem dritten Reich gegenüber, sondern auch gegen manche Eingriffsversuche in den Jahren nach 1945."

Lebenslauf: Aufgewachsen in Heidelberg. Naturwissenschaftliches Studium (Geologie): WS 1895/96 - WS 1896/97 Heidelberg, SS 1897 - SS 1900 Straßburg. Dr. rer. nat 1901 in Heidelberg, 1900 - 1912 Geologe an der geologischen Landesanstalt in Berlin, 1912 - 1926 Ordentlicher Professor der Geologie an der Technischen Hochschule Hannover, 1926 - 1949 Ordentlicher Professor der Mineralogie und Petrographie an der Universität Heidelberg, 1931 - 1932 Rektor der Universität Heidelberg. Seit 1940 war E. Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Als Leiter des Mineralogisch-Petrographischen Instituts erforschte er insbesondere die Struktur des Granits im Harz, Schwarzwald und Odenwald. 1949 - 1955 i.R. in Heidelberg, gestorben am 18.4.1955 in Heidelberg, beigesetzt auf dem Friedhof in Handschuhsheim, bei der Beerdigung wurde chargiert; das Grab ist seit den 80er Jahren aufgehoben.

Werke:

-                „Grundlagen der Petrographie“ (1924), sein Hauptwerk,

-                „Die Syenite des Radautales im Harz als palingene Eruptiva“

-                 "Heidelberger Beiträge zur Mineralogie und Petrographie" (Herausgeber)

-                "Mineralogie und Petrographie in Einzeldarstellungen" (Mitherausg. seit 1948).

 

Links:

http://www.personenlexikon.net/d/erdmannsdoerffer-otto-heinrich/erdmannsdoerffer-otto-heinrich.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Erdmannsd%C3%B6rffer

adsabs.harvard.edu/abs/1954BeiMP...4D...1.

www.kgl-bw.de/a_gesv_e.htm

http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?RID=1&PID=24090

http://www.worldcat.org/identities/np-erdmannsdorffer,%20otto%20heinrich

http://www.munzinger.de/search/portrait/Otto+Erdmannsd%C3%B6rffer/0/4428.html

http://www.adw.uni-heidelberg.de/gs2/mitglieder-db/haw-mitglieder-eintrag.php?quelle=imperia&sprache=en&id=351

http://www.enzyklo.de/Begriff/Otto%20Erdmannsd%C3%B6rffer

 

 

Feer, Karl

* 17.3.1854 in Aarau (Schweiz)

11.4.1923 in Aarau (Schweiz)

Konservator der Kantonalen Kunstsammlung Aarau

Mitglied der B. Allemannia seit 10.1.1874.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Aarau (Schweiz). Zweiter Sohn des bedeutenden Politikers Carl Feer-Herzog (1820-1880). Jurastudium: WS 1873/74 - SS 1874 Heidelberg, WS 1874/75 - SS 1876 in Zürich, Leipzig und München, WS 1876/77 - SS 1877 Bonn, sonst nicht Genaueres bekannt. Zunächst kurzzeitig Aargauischer Kriminalgerichtsschreiber. 1879 - 1923 Privatmann in Aarau, Konservator (ehrenhalb)der kantonalen Kunstsammlung in Aarau 1901-1921, gestorben in Aarau am 11.4.1923 im "Feergut", der Stätte seiner Kindheit, nach langer, qualvoller Krankheit. 

Seine Neigung galt den schönen Künsten. Er war ein gründlicher Kenner der Literatur, doch seine besondere Liebe galt der bildenden Kunst. Er war aktives Mitglied des Kunstvereins. Freudig und uneigennützig wirkte er zusammen mit seinem Freund, Prof. Ganter, dem Präsidenten des Aargauischen Kunstvereins. Sein großes Verdienst bestand in der Vermehrung dieser Sammlung.

Geleitet durch einen verfeinerten Kunstsinn und ein sicheres Unterscheidungsvermögen fand er schon früh den Zugang zu den modernsten revolutionären Strömungen in der Kunst, z.B. zum Expressionismus. So erkannte er die Größe eines van Gogh, eines Hodler, eines Amiet, und er bemühte sich, Werke dieser Meister in seine Sammlung aufzunehmen.

Sein warmes Interesse galt auch den jungen Aargauer Malern. Große Freude bereitete ihm der Verkehr mit den Künstlern; er sprach gern von seinen Beziehungen zu Hodler, Welti und Amiet. Er liebte feinsinnige Geselligkeit, bei der er die trefflichen Aargauer nicht zu kurz kommen ließ, und hatte Verständnis für die Jugend und ihr Wollen.

Mitglied der Forstkommission, Kantonaler Geschworener, Präsident der ortsbürgerlichen Rechnungskommission. Seine große Uneigennützigkeit durfte die Vaterstadt bei manchem Anlaß erfahren, vor allem 1890 beim Kauf des neuen Feergutes, auf dessen Grund jetzt die Kantonsschule und das Gewerbemuseum stehen. Unvergesslich ist den Zeitgenossen die hohe Gestalt des Aristokraten Feer, der ein durch und durch vornehmes, liebenswürdiges Wesen entsprach. 

Literatur:

J.R. Meyer im Aargauer Tagblatt vom 13.4.1923.

Ed. Feer: Die Familie Feer in Luzern und im Aargau 1331-1934, S. 306-306.

(z.T. nach Paula Schultheß-Reimann im Biographischen Lexikon des Kanton Aargau 1958) 

Links:

http://retro.seals.ch/digbib/view?pid=arg-001:1958:68-69::193

http://www.kunstbreite.ch/Kuenstlerwerdegaenge_aargau_weibel_adolf.htm

http://www.aarau.ch/xml_1/internet/de/application/d87/f933.cfm

 

 

Feußner, Wilhelm

* 25.2.1843 in Hanau

5.9.1928 in Marburg

Prof. Dr. philos., Ordinarius für Physik, Geh. Reg.-Rat 1919

Mitglied der B. Allemannia seit 27.4.1861.

Lebenslauf: aufgewachsen 1843 - 1853 in Hanau, 1853 - 1861 in Rinteln / Weser (Schaumburg), dort Gymnasiumbesuch. Naturwissenschafts- und Mathematikstudium: SS 1861 SS 1862 Heidelberg, WS 1862/63 - WS 1863/64 Marburg, SS 1864 - WS 1864/65 Berlin, SS 1865 - WS 1865/66 Marburg. Dr. philos. 23.3.1867 in Marburg, 1867 - 1880 Privatdozent für Physik und Mathematik in Marburg, 15.4.1880 - 1904 a.o. Prof. für mathematische Physik an der Universität Marburg, ab 1904 Ordentlicher Professor für theoretische Physik an der Universität Marburg. Er beschäftigte sich u.a. mit der Interferenz und Beugung des Lichts sowie mit Wärmemessungen mittels Veränderung elektrischer Leitfähigkeit. Seit 1888 war er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, später i.R. in Marburg, gestorben 5.9.1928 in Marburg.

Nebentätigkeiten: ab 1872 Anstellung an der Marburger Universitätsbibliothek, ab 23.3.1874 als Kustos der Universitätsbibliothek, ab 1880 in ehrenamtlicher Stellung.

 

Links:

www.wissen-news.de/forum/thread.php

books.google.de/books

www.nature.com/nature/journal/v126/n3173/abs/126286b0.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Feu%C3%9Fner

http://www.info724.de/o72/wilhelm-feussner-2196074.inf

http://www.enzyklo.de/Begriff/Wilhelm%20Feu%C3%9Fner

http://books.google.de/books/about/Ueber_die_Messung_der_W%C3%A4rme_durch_die_V.html?hl=de&id=boQ5AAAAcAAJ

 

 

Fischer, Theobald

* 31.1.1846 in Kirchsteitz bei Zeitz

† 17.9.1910 in Marburg

Prof. Dr. phil., Ordinarius für Geographie in Marburg

Mitglied der B. Allemannia Heidelberg seit 23.4.1864, Mitglied der B. Allemannia auf dem Pflug Halle seit SS 1865 (damals von 1861 – 1872 Kartellburschenschaft der B. Allemannia Heidelberg, jetzt B. der Pflüger zu Halle in Münster im „Roten Verband“), Ehrenmitglied der B. Arminia Marburg (im „Roten Verband“) seit 1897.

Theobald Fischer war der erste Ordinarius des Faches "Geographie" an einer deutschen Universität. Lebensbild: NDB (=Neue Deutsche Biographie) Bd. 5, S. 205 f.  Er gründete 1890 die "Vereinigung alter Burschenschafter (VaB), die heute längst ihre rechtliche Stellung im Gesamtverband "Deutsche Burschenschaft" erlangt hat.

Lebenslauf: aufgewachsen in Kirchsteitz bei Zeitz, Besuch der Dorfschule Kirchsteitz bis 1856, 1856 - 1864 Gymnasium Zeitz, Abitur 1864, Geschichts- und Botanikstudium: SS 1864 - WS 1864/65 Heidelberg, SS 1865 - WS 1865/66 Halle, SS 1867 "angenehm in Wernigerode zugebracht", WS 1867/68 Bonn. Dr. phil. 23.3.1868 in Bonn, Habilitation für Geographie in Bonn 18.12.1876, Geheimer Regierungsrat 1904, St. Mauritius und Lazarusorden in Italien 1904, Ehrenmitglied der kgl. Akademie der Wissenschaften (Accademia dei Lincei) in Rom und der Geographischen Gesellschaft in Marseille 1906, Ehrenmitglied der geographischen Gesellschaft in Lübeck 1907. Sommer 1868 kurze Aufenthalte in Wernigerode, Halle und Berlin, Herbst 1868 - Juli 1870 in Privatstellung in Wien, dazwischen Mai 1869 Staatsexamen in Halle, Vorbereitung der Habilitation als Historiker; dieser Plan scheiterte (nach eig. Angaben "glücklicherweise") durch den Krieg 1870/71, 1871 - 1873 günstige Privatstellung (Hauslehrer) im Ausland in Belgien, Frankreich (meist Paris), Schweiz und im Orient, 1873 - 1876 in gleicher Stellung in Italien, während dieser Zeit ausführliche geographische Studien, 18.12.1876 - 1879 Privatdozent für Geographie in Bonn, 1879 - 1883 Professor für Geographie in Kiel, 1883 - 1910 Ordinarius für Geographie in Marburg. Er zählt zu den Mitbegründern der modernen Geographie in Deutschland; er beschäftigte sich insbesondere mit geographischer Länderkunde und erkannte als erster das Mittelmeergebiet als große geographische Einheit. Er war lange Zeit als Forscher und Ersterschließer in Marokko (genannt „Marokko-Fischer“) tätig. 1893 erschien seine „Länderkunde der südeuropäischen Halbinseln“, gestorben am 17.9.1910 in Marburg.

Sonstige Tätigkeiten: 1894/95 Rektor der Universität Marburg.

 

Links:

http://en.wikipedia.org/wiki/Theobald_Fischer

http://www.deutsche-biographie.de/sfz16304.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Boas

1911encyclopedia.org/Theobald_Fischer

www.jstor.org/pss/1777614

www.franz-boas.de/download/kurzbiografie_fischer.pdf

http://www.vvab.de/vvab.htm

http://www.jstor.org/discover/10.2307/27810674?uid=3737864&uid=2129&uid=2&uid=70&uid=4&sid=21102140977991

 

 

Besenberg, Heinz

* 01.04.1946 in Schildbürg

11.11.1995 in Münchhausen a.d. Schleier

Lebenslauf: aufgewachsen in Schildbürg-Senke, Besuch des Gymnasiums in Strümpfelbach. Studium der Wahrheitologie und der Rechtswissenschaft WS 1965/66 – WS 1966/67 in Heidelberg und Mitglied der Allemannia (weitere Angaben über den Studienverlauf fehlen). 1968 Kammergerichtsberichterstatter ebd., 1969 Anwalt in Unter-Niederoberbach, ab 1970 auch in Grunzguben, 1971-1982 Bürgermeister in Bückelburg (Ausbau der dortigen Kanalisation mit persönlichem Einsatz). In den Jahren 1972-1980 Ehrenpräsident des Taubenzüchtervereins „Kehre wieder“. Verdienste um die Allemannia mit der Erstellung einer Landesvatergebrauchsanweisung, der Anbringung einer ersten Schallschutzspritzgussverschalung im Restaurationszimmer sowie der langjährigen Betreuung der sog. Bandverleihungswarteliste. Zuletzt: Rosskastanienminiermottenbeauftragter für den Allemannengarten. Ihm zu Ehren wird einmal im Jahr der Heinz-Besenberg-Gedenkorden (am Band mit Kastanienlaub) an verdiente Mitglieder der Allemannia verliehen.

 

 

 

 

 

 

 

Funk, Friedrich

* 23.5.1847 in Magdeburg

† 6.10.1897 in Dessau

Dr. jur., Oberbürgermeister in Dessau

Mitglied der B. Allemannia seit 27.4.1866.

Als Oberbürgermeister von Dessau erwarb er sich große Verdienste um die Erweiterung des städtischen Bebauungsplanes, die Verbesserung von Straßen und Plätzen, die hygienischen Einrichtungen, das neue Wasserwerk, die Kanalisation und um das Schlachthaus. Während seiner Amtszeit entstanden zahlreiche Neubauten, wie die des städtischen Friedhofs, des neuen Rathauses, des Volksbades, des neuen Krankenhauses, der Kunstgewerbe und Handwerkerschule. In Dessau ist eine im Jugendstil gestaltete Anlage im Norden der Stadt, der „Funkplatz“, nach ihm benannt. Lebenslauf und Bedeutung: siehe: "Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft", Band I, Politiker, Teil 2 (F-H), Seite 30 (ISBN 3-8253-0809-X), dort weitere Literaturangaben zum Leben Friedrich Funks.

Lebenslauf: aufgewachsen in Magdeburg, 1856 - 1866 Domgymnasium Magdeburg, Abitur 1866. Jurastudium: SS 1866 Heidelberg, WS 1866/67 Heidelberg, SS 1867 Heidelberg, WS 1867/68 Berlin, SS 1868 Berlin, WS 1868/69 Berlin, 1. jur. Staatsexamen 10.4.1869, 2. jur. Staatsexamen 13.9.1873. Dr. jur. 10.9.1872 in Berlin. 1869 - 1873 Referendar in Berlin, 22.12.1873 - 19.3.1874 Kreisrichter in Kolmar (heute poln. Chodzieź) bei Schneidemühl (heute poln. Piła), Provinz Posen, scheidet dann aus dem Justizdienst aus und geht zur Kommunalverwaltung, 19.3.1874 - 2.10.1882 Besoldeter Stadtrat der Stadt Magdeburg, 2.10.1882 - 30.9.1884 Bürgermeister der Stadt Eisleben, 30.9.1884 - 1886 Bürgermeister der Stadt Dessau, 1886 - 1897 Oberbürgermeister der Stadt Dessau, gestorben 6.10.1897 in Dessau durch Suicid, nachdem man ihn nach einem Hochwasser in der Stadt wegen mangelnder Schutzfürsorge beschuldigte.

Sonstige Tätigkeiten: Mitglied des Kreistages und Kreisausschusses, 1890 und 1897 Mitglied des Anhaltinischen Landtages für den 1. Wahlkreis.

 

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Dessau

www.dessau-geschichte.de/dessau_geschichte_denkmal.php

www.uni-protokolle.de/Lexikon/Dessau.html

http://www.dessau-geschichte.de/dessau_geschichte_biografie.php

http://www.sachsen-anhalt-wiki.de/index.php/Friedrich_Funk  

http://www.gedenkkultur-dessau-rosslau.de/biographien/funk-friedrich

http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/reise/personen/artikel12330.html

http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=84ce1c45-66ba-4881-a884-3ada091bdd64

http://www.territorial.de/anhalt/dessauko/dessau.htm

http://www.mz-web.de/archiv/Der-Wirsing-als-Sonnenkopp/HC-04-12-2006-08200024EA19.htm