von Gierke, Edgar

* 9.2.1877 in Breslau

† 21.10.1945 in Karlsruhe

Prof. Dr. med., Professor der Pathologie, Prosektor

Mitglied der B. Allemannia vom 13.10.1894 bis 1.8.1930 und dann wieder ab 1.5.1954.

Sohn von Otto von Gierke, Bruder von Julius von Gierke.

In seinen wissenschaftlichen Forschungen befaßte sich G. vorwiegend mit der Erforschung der Knochentumoren, mit dem Schilddrüsenbau sowie mit der Glykogenspeicherkrankheit, die als von Gierke’sche Krankheit in die Fachliteratur einging. Er veröffentlichte u.a. ein vielfach aufgelegtes Taschenbuch der pathologischen Anatomie (1911) und bearbeitete C. v. Kahldens „Technik der Untersuchung pathologisch-anatomischer Präparate“ (1904). In Karlsruhe wurde eine Straße nach ihm benannt.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Breslau. Medizinstudium: WS 1894/95 - SS 1896 Heidelberg, WS 1896/97 Breslau, SS 1897 - WS 1898/99 Berlin, SS 1899 - WS 1899/00 Heidelberg, med. Staatsexamen 1900 in Heidelberg. Dr. med. in Heidelberg. 1900 - 1905 Assistenzarzt in Heidelberg, 1905 - 1910 Privatdozent für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an der Universität Freiburg, 1910 - 1911 als a.o. Professor, 1911 - 1944 Professor für Pathologie und Pathologische Anatomie, Prosektor am Krankenhaus Karlsruhe, 1938 in den Ruhestand versetzt, übernahm er jedoch 1939 erneut die Prosektur in Karlsruhe, die er bis 1944 leitete. Gestorben am 21.10.1945 in Karlsruhe.

Weitere Tätigkeiten: Edgar von Gierke lehrte zugleich Bakteriologie an der Karlsruher TH, wo er 1911 zum a.o. Prof. ernannt wurde. Während des Ersten Weltkriegs war G. Truppenarzt, später Hygieniker und Armeepathologe.

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Edgar_von_Gierke

https://portal.dnb.de/opac.htm;jsessionid=5818435C47F19E39214010493C243747.prod-worker0?method=showFullRecord&currentResultId=Woe%3D117544035%26any&currentPosition=7

https://portal.dnb.de/opac.htm?query=Woe%3D117544035&method=simpleSearch

http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/biographien/gierke.dehttp://ka.stadtwiki.net/Edgar-von-Gierke-Stra%C3%9Fe  

http://www.meinestadt.de/karlsruhe/stadtplan/strasse/edgar-von-gierke-str.

http://ka.stadtwiki.net/Edgar-von-Gierke-Stra%C3%9Fe

www.glykogenose.de/index.php

de.wikipedia.org/wiki/Von-Gierke-Krankheit

d-nb.info/gnd/117544035

http://www.whonamedit.com/synd.cfm/1381.html

http://www.whonamedit.com/synd.cfm/1912.html

http://www.whonamedit.com/doctor.cfm/1362.html

flexikon.doccheck.com/Morbus_von_Gierke  

http://www.von-gierke.com/stammbaum/

 

 

von Gierke, Otto Karl Julius

* 5.3.1875 in Breslau

† 3.8.1960 in Göttingen

Prof. Dr. jur., Ordinarius für Handelsrecht und bürgerliches Recht

Mitglied der B. Allemannia vom 21.4.1894 bis 1.8.1930 und dann wieder ab 1.5.1954.

Sohn von Otto von Gierke, Bruder von Edgar von Gierke.

Julius von Gierke war einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Lebensbild: NDB (Neue Deutsche Biographie) Bd. 6, S. 373 f. Durch sein Lehrbuch „Handels- und Schifffahrtsrecht (1921, span. Übersetzung Buenos Aires 1957) hat er dieses Rechtsgebiet in entscheidendem Maße mitgeprägt. Er förderte dessen Entwicklung auch durch bedeutsame Beiträge in der von Levin Goldschmidt begründeten „Zeitschrift für das gesamte Handels- und Konkursrecht“, in deren Redaktion er schon 1907 berufen wurde, und die er von 1928 bis zu seinem Tode als Hauptherausgeber geleitet hat. Dabei stand Gierke hinsichtlich seiner Auffassung von der Aufgabe des Handelsrechtes und seiner Stellung im Rechtssystem auf dem Boden der großen deutschen Tradition des 19. Jahrhunderts, die auch auf das ausländische Recht eingewirkt hat. Nicht minder bedeutsam ist seine Leistung als Versicherungsrechtler. Nach seiner Habilitation arbeitete er im Göttinger versicherungswissenschaftlichen Seminar unter seinem Lehrer Victor Ehrenberg und nahm 1904 im Rahmen eines Gutachtens zum Entwurf des Versicherungsvertragsgesetzes Stellung. Über ein halbes Jahrhundert war er einer der angesehensten, wissenschaftlichen Vertreter seines Fachs.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Breslau, Heidelberg, Berlin und Brandenburg, 1881 - 1884 Marien-Magdalenen-Gymnasium in Breslau, 1884 - 1887 Gymnasium in Heidelberg, 1887 - 1894 Königliches Wilhelmsgymnasium in Berlin und Ritterakademie in Brandenburg, Abitur 1894. Jurastudium: SS 1894 - SS 1895 Heidelberg, WS 1895/96 - WS 1896/97 Berlin, 1. jur. Staatsexamen 18.6.1897 in Berlin (mit Auszeichnung). 1897 - 1899 Referendar beim AG Spandau und LG II in Berlin, dann aus der praktischen juristischen Tätigkeit ausgeschieden, Dr. jur. am 19.7.1898 in Berlin (magna cum laude), 1899 - 1901 Vorbereitung zur Habilitation, Habilitation für öffentliches Recht, Handelsrecht und bürgerliches Gesetzbuch an der Universität Göttingen am 13.2.1901 (Arbeit über die Geschichte des deutschen Deichrechts), Privatdozent, 1901 - 1904 Privatdozent für Öffentliches Recht, Handelsrecht und Bürgerliches Gesetzbuch an der Universität Göttingen, a.o. Professor 1904, 1904 - 1908 a.o. Professor der gen. Fächer in Königsberg, 1908 - 1919 Ordinarius ebenda, 1917/18 Rektor der Universität Königsberg, 1919 - 1925 Ordinarius des Handelsrechts und Sachrechts an der Univ. Halle, 1925 - 1938 desgleichen an der Universität Göttingen, 1938 entpflichtet und zwangsweise aus politischen Gründen emeritiert, obwohl er 1933 vom Staat als nicht unter den Arierparagraphen fallend als arisch anerkannt wurde. 1945 - 1960 wieder Lehrtätigkeit in Göttingen, gestorben am 3.8.1960 in Göttingen; beigesetzt auf dem Göttinger Stadtfriedhof.

Werke:

-                            „Die Versicherungsforderung bei Veräußerung der versicherten Sache“ (1899),

-                            „Geschichte des dt. Deichrechts“, 2 Bände (1901-1918),

-                            „Handels- und Schifffahrtsrecht“ (1921, 8. Aufl. 1958).

-                            „Der Begriff der Transportversicherung“ (1910),

-                            „Die deutsche Hanse“ (1918),

-                            „Die erste Reform des Freiherrn vom Stein“ (1924),

-                            „Sachenrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches“ (1925),

-                            „Die Anfechtung des Versicherungsvertrages wegen arglistiger Täuschung“ (1935),

-                            „Der Versicherungsvertrag auf Gegenseitigkeit nach deutschem Recht“ (1941),

-                            „Versicherungsrecht“ (1947),

-                            „Große deutsche Juristen der Vergangenheit in Reimsprüchen“ (1949),

-                            „Recht der Wertpapiere“ (1954),

-                            „Widerstandsrecht und Obrigkeit“ (1956),

-                            „Neues über Johannes Althusius“ (1957),

-                            „Freiherr vom Stein“ (1957).

 

Links:

www.catalogus-professorum-halensis.de/gierkejuliusvon.html

de.wikipedia.org/wiki/Julius_von_Gierke

portal.d-nb.de/opac.htm

www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/geschichte/zeitgeschehen/index,page=1110078.html

openlibrary.org/a/OL132390A/Julius_von_Gierke

www.von-gierke.com/stammbaum/

books.google.de/books

http://www.munzinger.de/search/portrait/julius+von+gierke/0/3368.html

http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=39147&RID=1

http://books.google.de/books?id=J6cm1KyF39sC&pg=PA147&lpg=PA147&dq=Julius+von+Gierke&source=bl&ots=0W3OhE_B3r&sig=Xw0uiSbY_D-Xs2QGU2XqRw1Xwik&hl=de&sa=X&ei=8ZKDUZn0KY_6sga0-IGYAQ&sqi=2&ved=0CHwQ6AEwDw#v=onepage&q=Julius%20von%20Gierke&f=false

http://books.google.de/books/about/Festschrift_f%C3%BCr_Julius_von_Gierke.html?id=xvc1AAAAIAAJ&redir_esc=y

http://kulturportal-west-ost.eu/biographies/gierke-julius-von-2/

http://books.google.de/books?id=Ebnh7dvd_tMC&pg=PA284&lpg=PA284&dq=Julius+von+Gierke&source=bl&ots=5GU-S55sGI&sig=vo2BiDa0aHvXotKHQxjcor_uSKo&hl=de&sa=X&ei=TJODUb2uD4_ntQb1l4HIBg&ved=0CEkQ6AEwBTgK#v=onepage&q=Julius%20von%20Gierke&f=false

 

 

von Gierke, Otto

* 11.1.1841 in Stettin (heute poln. Szczecin)

† 10.10.1921 in Berlin

Prof. Dr. jur., Ordinarius

Mitglied der B. Allemannia seit 21.5.1858

Vater von Julius von Gierke und Edgar von GierkeSchwager von Edgar Loening und Richard Loening.

Otto Gierke erhielt am 11.1.1911 (70. Geburtstag) den erblichen Adel. Er war im späten 19. und frühen 20. Jh. einer der bedeutendsten germanistischen Rechtsdenker in der Tradition der Historischen Rechtsschule Friedrich Carl von Savignys und Karl Friedrich Eichhorns, einflußreicher Kritiker der Entwürfe des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), Propagandist der sozialen Aufgaben des Privatrechts und Antipode der herrschenden positivistischen Staatsrechtslehre Paul Labands.- In Köln wurde eine Straße nach ihm benannt.- 

Otto Gierke war zusammen mit Jakob Schipper und Adolf Wach einer der drei amtierenden Universitätsrektoren (Univ. Wien, Berlin und Leipzig) und Mitglieder der B. Allemannia, die auf der Feier zur 100. Wiederkehr der Wiedergründung der Universität Heidelberg 1903 in Couleur erschienen.

Lebensbilder: Darstellungen und Quellen zur Geschichte der Deutschen Einheitsbewegung, Band VI, S. 78 - 85.- NDB (= Neue Deutsche Biographie) Bd. 6, S. 374 f. Bibliographie bei Erik Wolf: Große Rechtsdenker der deutschen Geistesgeschichte. Tübingen (4)1963, S. 711f. Gerd Kleinheyer/Jan Schröder: Deutsche Juristen aus fünf Jahrhunderten. Heidelberg (3)1989, S. 96-101.- Gerhard Dilcher: O.v.G. In: Juristen. Ein biographisches Lexikon. Hrsg. v. Michael Stolleis. München 1995, S. 232-234.

Lebenslauf: aufgewachsen 1841 - 1848 in Stettin, 1848 - 1850 in Berlin, 1850 - 1855 in Bromberg (heute poln. Bydgoszcz), Tod der Eltern durch Cholera, 1855 - 1857 in Stettin bei mütterlichen Verwandten (Familie Zitelmann), dort Abitur 1857 am Marienstiftgymnasium. Jurastudium: WS 1857/58 Berlin, SS 1858 - SS 1859 Heidelberg, WS 1859/60 - SS 1860 Berlin, 1. jur. Staatsexamen Sommer 1860, 2. jur. Staatsexamen Mai 1865. Dr. jur. 21.8.1860 in Berlin "DE DEBITIS FEUDALIBUS", Sept. 1861 - Anf. 1865 im Staatsdienst als Appellationsgerichtsauskultator in Stettin, und weiter im prakt. Justizdienst, 1865 - 1867 Gerichtsassessor in Berlin, Vorbereitung auf die akademische Karriere, 1867 - 1871 Privatdozent an der Universität Berlin, Habilitation 1867.

Seine Habilitationsschrift behandelte das "Recht der Genossenschaft". Dieses Thema, allgemein die Rechtsformen jedweder menschlichen Vereinigungen", wurde das Hauptthema seines Lebens. 1868, 1873, 1881 und 1913 erschienen vier Bände mit ca. dreieinhalbtausend Druckseiten; dann wurde die Arbeit unvollendet abgebrochen. Aus dem Genossenschaftsrecht entwickelte sich Gierkes Interesse für Staatslehre und Staatsrecht, dem er mehrere Veröffentlichungen widmete. Nach 1871 wandte sich Gierke dem Privatrecht zu. Im Streben nach einem historisch begründeten deutschen Recht mit bewußter Abkehr vom römischen Recht hatte er entscheidenden Einfluß auf die spätere Gestaltung des BGB, wo es nicht allein auf die absoluten Rechtsnormen, sondern auf das ausgleichende Recht für den sozial Schwachen ankam.

1871 - Ostern 1872 ord. Prof. der Rechte in Berlin, Ostern 1872 - Herbst 1884 ord. Prof. der Rechte in Breslau, Herbst 1882 - Herbst 1883 Rektor der Universität Breslau, Herbst 1884 - Herbst 1887 ord. Prof. der Rechte in Heidelberg, Herbst 1887 - Frühjahr 1906 ord. Prof. der Rechte in Berlin, Geheimer Justizrat, Herbst 1902 - Herbst 1903 Rektor der Universität Berlin, 1906 - 1921 i.R. in Berlin. Gestorben am 10.10.1921 in Berlin.

Er war seit 1872 aktives Mitglied des Vereins für Sozialpolitik, der Speerspitze der Sozialreform im wilhelminischen Deutschland, und Mitbegründer des evangelisch-sozialen Kongresses. Dennoch war er ein von seiner Herkunft bestimmter konservativer Mann mit preußischem Lebensstil, Anhänger der konstitutionellen Monarchie und "Empfindungen nationalen Überschwangs nicht unzugänglich" (Isele). 1909 wurde er von der Harvard-University zum Ehrendoktor ernannt.

Am Ende seines Lebens erlebte er die schwierige Konstituierung der ersten deutschen Republik. Im Februar 1921 wurde er zum Ehrenpräsidenten der Juristischen Gesellschaft zu Berlin ernannt, welcher er lange Jahre präsidiert hatte. 

 

Kernstück von seinem wissenschaftlichen Opus ist die Genossenschaftstheorie (2.-4. Bd. des unvollendet gebliebenen Hauptwerks „Das deutsche Genossenschaftsrecht“, 1873, 1881, 1913; der 1. Bd., 1868, enthält die Geschichte der deutschen Genossenschaft, Nachdruck 1913, 1954; ergänzt durch Die Genossenschaftstheorie und die deutsche Rechtsprechung, 1887, Nachdruck 1963). Vom Spannungsfeld von Herrschaft und Gesellschaft ausgehend, erkannte er – in naturrechtlicher Tradition – den Ursprung des Rechts im sozialen Verband der nach Geselligkeit strebenden Menschen. Er verstand die Genossenschaft als zentrale Erscheinung des deutschen Rechtslebens, alle körperschaftlichen, auf freier Vereinigung beruhenden Verbände von der Familie bis zum Staat umfassend. Er sprach der Körperschaft eine über die bloße Summe der in ihr versammelten Individuen hinausgehende reale Verbandspersönlichkeit zu. G. wurde mit diesem Werk zum führenden Dogmenhistoriker seiner Zeit. Er intendierte, der stark individualisierenden Grundhaltung des Pandektenrechts (Georg Friedrich Puchta, Bernhard Windscheid) ein volkstümliches, von deutschen Rechtsideen bestimmtes soziales Privatrecht entgegenzusetzen (Die soziale Aufgabe des Privatrechts, 1889). Seine Theorie von der genossenschaftlichen Autonomie lieferte die Basis für die Entwicklung des modernen Tarifvertragsrechts (Hugo Sinzheimer). Bekannt ist seine profilierte Kritik am ersten Entwurf des BGB (Der Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuches und das deutsche Recht, zuerst in Schmollers Jahrbüchern 12 [1888], 13 [1889], erweiterte Buchausgabe 1889), in der er die sozialen Aufgaben des Privatrechts betonte und einen "Tropfen sozialistischen Öles" einforderte. Die Summe der deutschen Privatrechtsdogmatik des 19. Jh. zog er im – wie das Genossenschaftsrecht – unvollendet gebliebenen Deutschen Privatrecht (3 Bde., 1895, Nachdruck 1969, 1905, 1917), dem Versuch, ein System des deutschen, nichtrömischen Privatrechts zu entwerfen.

 

Ehrungen:

Ehrendoktor der Universitäten in Münster, Freiburg und Breslau, der Harvard University, Ritter der Friedensklasse des "Pour le mérite", Offizierskreuz des Ordens Leopold, Kdeurskreuz des kgl. belg. Ordens Leopold, Kdeurskreuz der italienischen Krone, Erblicher Adel zum 70. Geburtstag am 11.1.1911.

 

Werke:

- De debitis feudalibus (1860, Dissertation)

- Das deutsche Genossenschaftsrecht (vier Teile: 1868, 1873, 1881, 1913)

- Johs. Althusius und die Entwicklung der naturrechtlichen Staatstheorien (1880)

- Naturrecht und deutsches Recht (1883)

- Die Genossenschaftstheorie und die deutsche Rechtsprechung (1887)

- Die soziale Aufgabe des Privatrechts (1889)

- Der Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuches und das deutsche Recht (1883-89)

- Deutsches Privatrecht (3 Teile, 1895, 1905, 1917)

- Das Wesen der menschlichen Verbände. Leipzig (1902)

- Die historische Rechtsschule und die Germanisten (1903)

- Die Stein’sche Städteordnung (1909)

- Schuld und Haftung im älteren deutschen Recht (1910)

- Über die Geschichte des Majoritätsprinzips (1913)

- Krieg und Kultur (1914)

- Der deutsche Volksgeist im Kriege (1915)

- Der germanische Staatsgedanke (1919)

 

Links:

http://www.helmut-zenz.de/hzgierke.htm

de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Gierke

www.historicum.net/themen/klassiker-der-geschichtswissenschaft/a-z/art/Gierke_Otto_Fr/html/artikel/4911/ca/6eb6941ec1/

www.frankfurter-verbindungen.de/biographien/g/gierkeottovon.html

wapedia.mobi/de/Otto_von_Gierke

www.uni-trier.de/index.php

http://kulturportal-west-ost.eu/biographies/gierke-otto-von-2/  

www.springerlink.com/content/k1569pq351520833/

m.podcast.de/episode/1281549/Otto_von_Gierke

www.von-gierke.com/stammbaum/

www.fordham.edu/mvst/magazinestacks/fs/gierke.html

de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gedenktafel_Carmerstr_12_Otto_von_Gierke.JPG

http://www.luise-berlin.de/gedenktafeln/cha/g/gierke_anna_ernestine_therese.htm

books.google.de/booksg=PA39&dq=Otto+von+Gierke&source=bl&ots=-ctUBSz-ol&sig=Z9JGNl85ns42symrrHNsMsi_t70&hl=de&ei=zr4OS_6xDtCEsAaRsMSTAw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=9&ved=0CCEQ6AEwCDgU#v=onepage&q=Otto%20von%20Gierke&f=false 

http://www.hu-berlin.de/ueberblick/geschichte/rektoren/gierke

http://www.bookrags.com/biography/otto-von-gierke/

http://www.luise-berlin.de/ehrung/g/gierke_otto_friedrich_von.htm

http://gaius.jura.uni-sb.de/Klausuren/Merkblatt/a16.htm

http://rcswww.urz.tu-dresden.de/~pr140583/Literatur/Gierke.html

http://books.google.de/books?id=T0Aga8gDZ1cC&pg=PA233&lpg=PA233&dq=otto+von+gierke+genossenschaftstheorie&source=bl&ots=daWDwAuhjk&sig=TZhaAEGWEU6umdKI-NRptufEOAo&hl=de&sa=X&ei=W5qDUZvIOsjntQa094CwCg&ved=0CEQQ6AEwAg#v=onepage&q=otto%20von%20gierke%20genossenschaftstheorie&f=false

http://www.bilderbuch-koeln.de/Strassen/Gierkestr.

 

 

 

Haas, Hermann

* 14.3.1852 in Stuttgart

† 31.8.1902 in Röschenauer Höhe

Dr. jur., Schriftsteller, Druckerei- und Verlagsbesitzer

Mitglied der B. Allemannia Heidelberg 12.11.1870 – 17.4.1871 und vom 31.7.1871 bis 20.10.1874 und dann ab 22.5.1876. Mitglied der B. Germania Erlangen seit SS 1871.

Hermann Haas gründete in Mannheim die Zeitung, die heute als „Mannheimer Morgen“ erscheint. Siehe: "Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft", Band I, Politiker, Teil 2 (F-H), Seite 207 (ISBN 3-8253-0809-X), dort weitere Literaturangaben zum Leben von Hermann Haas. Siehe auch: „1827-2002, 175 Jahre Burschenschaft Germania Erlangen“, S. 37 – 38.

Lebenslauf: Stammt aus Stuttgart. Jurastudium: WS 1870/71 Heidelberg, SS 1871 Erlangen, WS 1871/72 - WS 1872/73 Heidelberg, SS 1873 - SS 1874 NN, 1. jur. Staatsexamen am 30.1.1875. Dr. jur. utr. 29.6.1874. 1875 - 1876 Referendar in Mühlhausen (Mulhouse), Elsaß (bis 8.4.1876, zuvor jedoch schon nach Algier vom Dienst beurlaubt), April - Herbst 1876 als jur. Beamter dem Generalkonsulat in Tunis beigeordnet, Herbst 1876 - Herbst 1880: weitere Studien in Heidelberg (Volkswirtschaft, Naturwissenschaft, Landwirtschaft, Privatdozent, Juli 1881 - Juli 1885: Erster Bürgermeister der Stadt Weinheim, 1885 - 1892: Besitzer der H. Haas'schen Buchdruckerei und des Verlages in Mannheim (Adresse: E 6, 2), (Mannheimer Zeitung, Adressbuch, u.a., weiter wohnhaft in Weinheim), 1892 - 1902: Schriftsteller in und bei München (Schloßgut Röschenauer Höhe im Isartal), dort gestorben am 31.8.1902; das Haus wurde später zu einer Kuranstalt umgebaut (über Zell, Ebenhausen).

Hermann Haas schrieb das Libretto zu der Oper "Der Pfeifer von Hardt" nach dem Roman „Lichtenstein“ von Wilhelm Hauff (B. Germania Tübingen 1820, Nr. 355) von Ferdinand Langer (* 21. Jan. 1839 in Leimen (Kurpfalz), 5. Aug. 1905 in Kirneck bei Villingen), einem heute vergessenen Komponisten. Uraufführung: 21. Januar 1894 Stuttgart.

 

Links:

http://www.leuschner.business.t-online.de/zeitungsgeschichte/mm/15-18.htm (sehr ausführliche Biographie, Beschreibung der politischen, verlegerischen und schriftstellerischen Tätigkeit und Beschreibung der Mannheimer Zeitungsgeschichte)

http://www.udo-leuschner.de/zeitungsgeschichte/mm/19-24.htm

http://www.operone.de/opern/pfeiferv.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtenstein_(Roman)

http://de.wikipedia.org/wiki/Weinheim

 

 

Hüthig, Alfred

* 12.9.1900 in Pößneck (Thüringen)

15.7.1996 in Heidelberg

Dr. phil., Verleger, Gründer und Leiter des Dr.-Alfred-Hüthig-Verlags, Heidelberg  

Alfred Hüthig war seit seinem Studienbeginn im SS 1920 Mitglied der B. Teutonia Jena. Er war seit 1925 in Heidelberg ansässig und unterstütze als Alter Herr der Teutonia Jena vor allem in der Zeit von 1938 – 1945 die 1935 aufgelöste B. Allemannia Heidelberg, die seit 1861 mit der Teutonia Jena in einem Kartellverhältnis steht. Aus diesem Grunde erhielt er im SS 1949 bei der Wiedergründung der Allemannia deren Ehrenmitgliedschaft.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Pößneck (Thüringen), nach 1918 Schulbesuch in Coburg, externes Abitur 1919 in Schmalkalden (Thüringen). Volkswirtschafts-, Zeitungswissenschafts- und Geschichtsstudium: WS 1919/20 Berlin, SS 1920 - SS 1921 Jena, WS 1921/22 München, SS 1922 Jena (belegt und hört in Leipzig). 1922 Studienabschluß der Zeitungswissenschaften als Dr. phil. in Jena. 1922 - 1925 Volontär in verschiedenen Verlagen, zuletzt in Mannheim bei der Neuen badischen Landeszeitung, 1925 Gründung des Dr.-Alfred-Hüthig-Verlages in Heidelberg, seither Inhaber und Chef des Verlages. Schwerpunkt des Verlages: wissenschaftliche Publikationen und Zeitschriften. Nach 1946 Neubeginn in Mainz wegen vorläufig nur französischer Entnazifizierung, dann jedoch wieder Schwergewicht des Verlages in Heidelberg, der jedoch bis 1975 (50. Verlagsjubiläum) auch in Mainz, Basel, Berlin, München und New-York (USA) ansässig ist. Um 1980 gibt der Verlag etwa 40 Zeitschriften in ca. 30 Millionen Exemplaren sowie 1500 lieferbare Bücher heraus. Verstorben am 15.7.1996 in Heidelberg, beigesetzt auf dem Friedhof in Heidelberg-Handschuhsheim.

Sonstige Tätigkeiten: Mitglied der Delegiertenversammlung des VDZ (Verein Dt. Zeitungsverleger), Vorstandsmitglied des Südwestdeutschen Zeitschriften-Verleger-Verbandes, Handelsrichter am Landgericht Heidelberg, Ehrenmitglied der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar.

Ernennungen: Ehrenbürger der Universität Mainz auf Veranlassung der Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät der Universität Mainz in Anerkennung seiner Verdienste um das wissenschaftliche Werk des Nobelpreisträgers Staudinger, der die Makromolekuläre Chemie begründete.

Links:

http://www.huethig.de

www.huethig.de/unternehmen/portrait/

de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_H%C3%BCthig_Jehle_Rehm

http://www.boersenblatt.net/93358/

 

 

Kirn, Ludwig

* 30.10.1839 in Mannheim,

25.9.1899 in Andermatt in der Schweiz

Prof. Dr. med., ordentlicher Professor der Psychiatrie

Mitglied der B. Allemannia seit 29.10.1857.

Lebenslauf: aufgewachsen in Mannheim. Medizinstudium: WS 1857/58 - WS 1859/60 Heidelberg, SS 1860 - SS 1861 München, med. Staatsexamen Ostern 1862 in München. 1862 - 1864 wissenschaftliche Reisen nach Paris, London, Wien und Berlin, 1864 - 1876 Anstaltsarzt in der psychiatr. Heilanstalt Illenau bei Achern, 1876 - 1878 Gerichtsarzt in Freiburg, 1878 - 1883 Privatdozent in Freiburg, 1883 - 1886 a.o. Prof. in Freiburg, 1886 - 1899 ordentlicher Professor an der Universität Freiburg im Breisgau (Psychiatrie), 1889 wurde ihm die Erteilung des Unterrichts in Impftechnik zugewiesen, 1890 bekam er einen Lehrauftrag in gerichtlicher Medizin, 25.9.1899 in Andermatt (Schweiz) in der Reuß ertrunken; die Meldung, daß sein Leichnam nach dem Unglück identifiziert wurde, stammt vom 29.9.1899.

 

Links:

www.zeno.org/Pagel-1901/A/Kirn,+Ludwig

www.illenauerstiftungen.de/seiten/geschichte/fs_geschichte.html

books.google.de/books

de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Reiner_Stoppok/Deutsche_Irren%C3%A4rzte

books.google.de/books

www.archive.org/stream/psychiatrieeinle02krae/psychiatrieeinle02krae_djvu.txt

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Sch%C3%BCle

http://www.der-ortenauer.de/ortenau/ACHERN/illenau.html

 

 

Kronecker, Hugo

* 27.1.1839 in Liegnitz (heute poln. Legnica), Schlesien

6.6.1914 in Bad Nauheim

Prof. Dr. med., Dr. med. h.c. mult., Dr. jur. h.c. mult., ordentlicher Professor der Physiologie

Mitglied der B. Allemannia seit 7.12.1859.

Hugo Kronecker hat als erster die Infusion physiologischer Kochsalzlösung als Blutersatz in den menschlichen Kreislauf angewandt (1879), was durch seine Versuche an Hunden ermöglicht wurde (im Nachruf in der All.-Ztg.: „eine der segensreichsten Neuerungen der modernen Medizin“). Seine wissenschaftlichen Arbeiten behandeln vor allem die Herz-Kreislauf-Physiologie, die Reizleitung und die Leistungsfähigkeit des Herzens und die Bedeutung von Puls und Blutdruck für das Kreislaufgeschehen. Sein Froschherzmanometer, eine Apparatur zur künstlichen Beatmung und eine weitere zur Verbesserung der Narkose belegen sein Interesse für physikalisch-physiologische Fragen. Das Verzeichnis der Arbeiten Kroneckers und seiner Schüler umfaßt insgesamt 257 Titel. Seine höhenphysiologischen Untersuchungen über die Ungefährlichkeit von Höhenaufenthalten untrainierter Tiefländer ermöglichte den Eisenbahnbau aufs Jungfraujoch (3570 m.ü.NN). In "Unipress80", 100 Jahre Physiologisches Institut, Zeitschrift der Universität Bern vom April 1994 ist in der Geschichte des Physiologischen Institutes Bern Hugo Kronecker ausführlich gewürdigt. Siehe auch seine Würdigung in All.-Ztg. 2000/2, S. 9. Lebensbild: NDB (= Neue Deutsche Biographie) Bd. 13, S. 81 f.

Sein Bruder war der berühmte Mathematiker Leopold Kronecker (7.12.1823 - 29.12.1891, Mitglied der Burschenschaft Fridericia Bonn), der 1883 als Professor an die Universität Berlin berufen wurde. Nach ihm benannt sind: der Satz von Kronecker-Weber, das Kronecker-Delta, das Kronecker-Symbol und das Kronecker Produkt. Bekannt wurde sein Spruch: „Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott geschaffen. Alles andere ist Menschenwerk.“ Den Nachruf auf Leopold Kronecker schrieb Heinrich Weber (Link zu H. Weber; s. u.) in Jahresberichte der Deutschen Mathematiker-Vereinigung 2 (1891/92), S. 5-31, Nachdruck in: Math. Annalen 43 (1893), S. 1 - 25, der wie auch vieles andere über ihn im Internet nachzulesen ist.

Lebenslauf: aufgewachsen in Liegnitz (heute poln. Legnica) in Schlesien. Medizinstudium: SS 1858 - SS 1859 Berlin, WS 1859/60 - WS 1860/61 Heidelberg, SS 1861 Berlin, WS 1861/62 Pisa, SS 1862 Berlin, WS 1862/63 Pisa, SS 1863 Berlin, med. Staatsexamen 1863, Dr. med. 31.8.1863 in Berlin, 1863 - 1868 wissenschaftlicher Privatassistent bei Traube in Berlin, zugleich unter Kühnes Leitung in Virchows Institut, 1868 - 1872 Assistent am Physiologischen Institut der Universität Leipzig unter Ludwig, 1872 - 1875 Privatdozent der Physiologie in Leipzig, 1875 - 1877 a.o. Professor der Physiologie in Leipzig, 1877 - 1884 a.o. Professor der Physiologie und Abteilungsvorsteher am Physiologischen Institut der Universität Berlin, 1884 - 1914 Ordentlicher Professor der Physiologie an der Universität Bern (Schweiz), Direktor des Hallerianums, des Anfang der 90er Jahre nach seinen Plänen erbauten Physiologischen Institutes, gestorben am 6.6.1914 in Bad Nauheim an einem Herzschlag, auf der Rückkehr vom Physiologenkongreß in Berlin.

Ernennungen:

ordentlicher Professor der Physiologie Okt. 1884, Bern,

Dr. med. h.c. der Universität Brüssel,

Dr. med. h.c. der Universität Genf (frz. Genève),

Dr. med. h.c. der Universität Athen,

Dr. scient. h.c. der Universität Cambridge,

Dr. jur. h.c. der Universität Edinburgh,

Dr. jur. h.c. der Universität Glasgow,

Dr. jur. h.c. der Universität Aberdeen,

Dr. jur. h.c. der Universität St. Andrews.

 

Werke (Auswahl):

- De ratione qua musculorum defatigatio pendeat (1863, Dissertation) – also: „Über den Grund, von dem die Ermüdung der Muskeln abhängt“

- Über die Ermüdung und Erholung quergestreifter Muskeln (1871)

- Das charakteristische Merkmal der Herzmuskelbewegung (1874)

- Bericht über physiologische Apparate auf der Ausstellung wiss. Apparate in London, für das preußische Unterrichttsministerium (1876)

- Über die Form des minimalen Tetanus (1877)

- Die Genesis des Tetanus (1878)

- Über die Speisung des Froschherzens (1878)

- Über den Mechanismus der Schluckbewegung (1880)

- Über graphische Methoden in der Physiologie (1881)

- Das Coordinationszentrum der Herzkammerbewegungen (1884)

- Über Störungen der Coordination des Herzkammerschlags (1896)

 

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Kronecker

www.nature.com/nature/journal/v93/n2329/abs/093410a0.html

histvv.uni-leipzig.de/dozenten/kronecker_h.html

www.zeno.org/Pagel-1901/A/Kronecker,+Hugo

www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Kronecker

www.sciencemag.org/cgi/content/citation/40/1030/441

adsabs.harvard.edu/abs/1914Natur..93..410B

www.encyclopedia.com/doc/1G2-2830902391.html

www.absoluteastronomy.com/topics/Hugo_Kronecker

commons.wikimedia.org/wiki/File:Kronecker_Hugo.jpg

www.tg.ethz.ch/dokumente/pdf_files/Jungfrau_SAGW.pdf

www.freebase.com/view/en/hugo_kronecker

content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp

www.digitalis.uni-koeln.de/Darmstaedter/darmstaedter919-928.pdf

 

Zum Bruder Leopold Kronecker (Mathematiker):

de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Kronecker

http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kronecker

http://www.sgipt.org/wisms/geswis/mathe/kroneck0.htm

http://www.knerger.de/html/kroneckewissenschaftler_43.html 

www.digizeitschriften.de/main/dms/img/ (Nachruf auf Leopold Kronecker von Heinrich Weber)

 

 

 

 

 

Kummert, Joachim

* 17.12.1834 in Mieste (Altmark)

30.3.1914 in Kolberg (heute poln. Kołobrzeg) / Pommern

Bürgermeister von Kolberg.

Mitglied der B. Allemannia seit 8.5.1857.

Siehe: Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker, Teilband I-L, (Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1999), S. 208. (ISBN 3-8253-0865-0)

Lebenslauf: aufgewachsen in Mieste in der Altmark (Kr. Gardelegen), Besuch der Dorfschule Mieste bis 1848, Ostern 1848 bis Herbst 1849 der Bürgerschule Gardelegen, Herbst 1849 bis Ostern 1856 des Gymnasiums Salzwedel, dort Abitur Ostern 1856. Jurastudium: SS 1856 Berlin, WS 1856/57 Berlin, SS 1857 Heidelberg, WS 1857/58 Berlin, SS 1858 Berlin, WS 1858/59 Berlin, 1. jur. Staatsexamen Frühjahr 1858 in Berlin, 2. jur. Staatsexamen 1864. 3.5.1859 - 14.11.1860 Auskultator beim kgl. Kreisgericht in Gardelegen, 14.11.1860 - 10.2.1864 Referendar in Gardelegen, Neuhaldensleben und Magdeburg, 10.2.1864 Assessor, teilw. Vertretung von Rechtsanwälten beim kgl. Obertribunal und beim Stadtgericht Berlin, 1867 fünf Monate Hilfsrichter in Groß-Salze, Weihnachten 1867 - Sommer 1878 Kreisrichter und Kreisgerichtsrat in Zanow (heute poln. Sianów) Kreis Schlawe (heute poln. Sławno) in Pommern, 3.6.1878 - 1907 Bürgermeister von Kolberg, 1907 - 1914 i.R. in Kolberg, gestorben am 30.3.1914 in Kolberg (Pommern).

Nebentätigkeiten: 1873 - 1879 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses für Gardelegen-Salzwedel, (nach 1878) Mitglied des Provinziallandtages, des Bezirks- und Kreisausschusses und der Kreissynode. Roter Adlerorden 3. Klasse, Ehrenbürger von Kolberg (heute poln. Kołobrzeg).

Links:

www.territorial.de/pommern/kolbergk/colberg.htm

kolobrzeg.de/geschichte-info/geschichte  

 

 

Liebermann, Karl Theodor

* 23.2.1842 in Berlin

28.12.1914 in Berlin

Prof. Dr. phil., Chemiker.

Mitglied der B. Allemannia seit 17.4.1861. 

Vetter des Malers und Graphikers Max Liebermann (1849-1935). Mit Carl Graebe war Liebermann Bahnbrecher der chemischen Wissenschaft. Mit ihrer Synthese eines natürlichen Farbstoffes standen sie am Anfang einer großen Zeit der Chemie. Sie brachte uns den künstlichen Indigo, die Indanthren-Farbstoffe, die Synthesen von Ammoniak und Methanol, die Reppe-Chemie sowie den Aufbau von Kunststoffen und Synthesefasern, von Körpern also, die es in der Natur nicht gibt. In Heidelberg studierte Karl Liebermann bei Robert Wilhelm Bunsen.

Durch die Beschäftigung mit Pflanzenfarbstoffen war er angeregt worden, sich mit der Struktur des zur Türkischrot-Färberei benutzten Alizarins zu beschäftigen. Graebe wiederum war bei seinen Untersuchungen des Naphthalins und der Naphthochinone zu der Vermutung gelangt, daß die Farbstoffe der Krappwurzel, darunter das Alizarin, Chinonderivate seien. Beide Forscher begannen ihre Untersuchungen hierüber am 21.2.1868; drei Tage später konnten sie vor der Chemischen Gesellschaft in Berlin ihre für die Entwicklung künstlicher Farbstoffe bahnbrechende Entdeckung bekanntgeben, daß sich aus Alizarin durch reduzierende Zinkstaubdestillation Anthracen als Stammkohlenwasserstoff bildet. Dieser Befund beschleunigte die endgültige Aufklärung der Alizarinstruktur so sehr, daß L. und Graebe bereits am 28.6.1868 die erste Alizarinsynthese (zugleich Erstsynthese eines natürlichen Pflanzenfarbstoffs) durchführen konnten. Nach Verbesserung des Verfahrens (Sulfonierungsverfahren) wurde Alizarin großtechnisch allerorts hergestellt.

Liebermann setzte sich für das Promotionsrecht der Technischen Hochschulen ein. Mitglied der Deutschen Chemischen Gesellschaft seit 1868, insgesamt 663 Veröffentlichungen! Die Stadt Ludwigshafen am Rhein, die Stadt der Chemie, hat eine Straße nach Carl Liebermann benannt (Stadtteil Friesenheim, Nähe zur BASF).

Lebensbild: NDB (= Neue Deutsche Biographie) Bd. 14, S. 481 f. In Band VII aus Darstellungen und Quellen zur Geschichte der Deutschen Einheitsbewegung (Leben und Leistung 2), S. 96-118, ist unter dem Titel: "Aus den Anfängen moderner Chemieforschung" ein ausführlicher Artikel veröffentlicht, der Karl Liebermann und seinen Mitarbeiter Carl Graebe (1841-1927) gebührend würdigt.

Lebenslauf: aufgewachsen in Berlin, erst Besuch einer Knabenschule, dann am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, Abitur 1861. Chemiestudium: WS 1860/61 Berlin, SS 1861 - WS 1861/62 Heidelberg, SS 1862 - SS 1865 Berlin. Dr. phil. am 15.3.1865 in Berlin (Arbeit über Allylen und seine Abkömmlinge, Entdeckung des Propargyläthers: „De Allyleno atque nonnullis, quae inde proficiscuntur connubiis“). 1862 - 1863 Arbeit in einem Privatlabor in Universitätsnähe, 1863 - 1866 Arbeit im Labor von Adolf von Baeyer in Berlin, 1865 - 1866 tätig in einer Färberei in Mühlhausen (heute frz. Mulhouse) im Elsaß, 1866 - 1867 in der väterlichen Kattunfabrik in Berlin, 1867 - 1869 im Labor seines Lehrers Adolf von Baeyer, 1869 Assistent an der Gewerbeakademie in Berlin, Habilitation 1870 an der Universität Berlin, Privatdozent. 1872 Laborleiter an der Gewerbeakademie, 4.4.1873 - 1914 etatsmäßiger ordentlicher Professor der Organischen Chemie (die Gewerbeakademie wurde durch Verschmelzung mit der Bauakademie die spätere Technische Hochschule), 23.11.1879 – 1914 a.o. Prof. an der Univ. Berlin, Geh. Reg.-Rat 1897, Dr. ing. h.c. der Braunschweiger TH 1912, mehrfacher Ehrendoktor, Perkin-Medaille der Society of Dyers and Colorists in Bradford (England) 1906. Er trat 1914 von seinem Lehrstuhl zurück und in das Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Dahlem ein, gestorben am 28.12.1914 in Berlin.

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Carl_Liebermann

de.wikipedia.org/wiki/Liebermannsche_Reaktion

www.chemieforum-erkner.de/chemie-geschichte/personen/liebermann_c.htm

www.bz-berlin.de/archiv/carl-liebermann-stirbt-article191247.html

books.google.de/books

wapedia.mobi/de/Max_Liebermann (bei seinem Vetter Max wird auch Carl erwähnt)

books.google.de/books

de.wikipedia.org/wiki/Liebermann

www.basf.com/group/corporate/en/about-basf/history/1865-1901/index

http://onlinestreet.de/strassen/Liebermannstr..Ludwigshafen.143473.html

http://www.staedte-info.net/ludwigshafen-am-rhein/liebermannstr_617050.php

http://www.stadt-postleitzahl.de/liebermannstrasse-ludwigshafen-am-rhein-67063-stadtplan.htm

 

 

Lenel, Alfred

* 23.4.1841 in Mannheim

2.9.1918 in Mannheim

Geheimer Kommerzienrat; "Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik" – Markenname „Schildkröt-Puppen).

Mitglied der B. Allemannia seit 17.10.1857.

Bruder von Viktor Lenel und Otto Lenel.

Lebenslauf: aufgewachsen in Mannheim. Chemiestudium (nicht beendet): WS 1857/58 - WS 1858/59 Heidelberg, dann Aufgabe des Studiums, kein Universitätsabschluß. 1859 - 1918 Kaufmann in Mannheim, übernahm 1876 mit seinem Bruder Viktor die väterliche Großhandlung, 1873 gründete er mit seinem Bruder Viktor Lenel und dem Kaufmann Friedrich Bensinger (1841-1891, möglicherweise ein Bruder von Richard Bensinger (Mitglied der Allemannia), und dem Bankhaus „Hohenemser & Söhne“ die "Rheinische Hartgummi-Waaren-Fabrik", die 1885 durch einen Brand zerstört wurde. Die Brüder bauten sie unter dem Namen "Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik" (Markenname: „Schildkröt“-Puppen, rechts das damalige Logo, das Millionen von Spielzeugpuppen ziert) wieder auf (späterer Leiter: Paul Jander, auch Mitglied der Allemannia). Die gleichzeitig gegründete "Fabrik wasserdichter Wäsche, Lenel, Bensinger & Co." wurde zum Hauptabnehmer von Celluloid.  Die gleichzeitig gegründete "Fabrik wasserdichter Wäsche, Lenel, Bensinger & Co." wurde zum Hauptabnehmer von Celluloid. Geheimer Kommerzienrat, gestorben am 2.9.1918 in Mannheim.

1971 übernimmt die Braas & Co. GmbH (Braas Flachdachsysteme aus Heusenstamm) die Schildkröt Kunststoffwerke AG. 2000 wird aus „Braas Flachdachsysteme“ durch Besitzerwechsel die  „FlachdachTechnologie GmbH & Co. KG“ (kurz: FDT) in Mannheim auf dem alten Firmengelände der Rheinischen Hartgummi- und Celluloidfabrik, Adresse: Eisenbahnstr. 6-8, 68199 Mannheim. Mit der Neufirmierung kehrt auch die Schildkröte in das Logo des Unternehmens zurück (rechts das neue Logo).

Die Schildkröt-Puppen werden seit 1993 von der Firma Schildkröt-Puppen und Spielwaren GmbH“ in  Rauenstein / Thüringen hergestellt.

Links:

http://www.staedte-info.net/mannheim/schildkroetstr_400502.php

https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olb/struktur.php?archiv=4&klassi=4.05.002.006.014.001.%&anzeigeKlassi=4.05.002.006.010.%&inhaltHauptframe=naeheres&anzeigeId=14574&letztesLimit=&syssuche=&logik=

http://books.google.de/books?id=91CAUVrxwpIC&pg=PA74&lpg=PA74&dq=Alfred+Lenel&source=bl&ots=cPjWwn_1_1&sig=FEMoTWyOBjZsZqAs7PT8s0n8QnQ&hl=de&sa=X&ei=CQOFUfeQN8jtsgaotoHwCg&sqi=2&ved=0CDwQ6AEwAg#v=onepage&q=Alfred%20Lenel&f=false

http://books.google.de/books?id=91CAUVrxwpIC&pg=PA74&lpg=PA74&dq=Alfred+Lenel&source=bl&ots=cPjWwn4--1&sig=TApubi9Zb_R_G3-KNm-zTDDqNOA&hl=de&sa=X&ei=vBmFUZacLMvhtQbC74DIBQ&sqi=2&ved=0CDwQ6AEwAg#v=onepage&q=Alfred%20Lenel&f=false

http://d-nb.info/gnd/136622895/about/html

http://www.deutsche-biographie.de/sfz50207.html

www.stadtarchiv.mannheim.de/strassen/index.php

www.stadtarchiv.mannheim.de/strassen/index.php

www.stadtarchiv.mannheim.de/strassen/index.php

books.google.de/books

www.phila3000.de/popup_image.php/pID/701264

www.fdt.de/index.jsp 

de.wikipedia.org/wiki/Bankhaus_Ladenburg

http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinische_Creditbank

 

 

 

 

 

Lenel, Otto

* 13.12.1849 in Mannheim

7.2.1935 in Freiburg (Breisgau)

Prof. Dr. jur., Ordinarius

Mitglied der B. Allemannia vom 19.1.1867 bis zum 8.1.1868 und dann nochmals vom 18.1.1887 bis zum 19.5.1920.

Bruder von Viktor Lenel und Alfred Lenel.

Ernennungen: Dr. h.c. in Oslo, Breslau und Mailand, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, Rom, Bologna, Palermo und London.

Lebensbild: NDB (= Neue Deutsche Biographie) Bd. 14, S. 204 f. 1933 trafen den Ehrenbürger der Stadt Freiburg die Auswirkungen nationalsozialistischer Rassenpolitik; seine Tochter wurde aus ihrem Beruf als Krankenschwester verdrängt; seine Enkel hatten in dem Lande, für das ihre inzwischen verstorbenen Väter und der Großvater im Felde gestanden hatten, kein Lebensrecht mehr. Diese schweren Schicksalsschläge brachen den alten Mann; in den letzten eineinhalb Jahren seines Lebens wandte er sich völlig von der Wissenschaft ab. Am 7. Februar 1935 starb er. Seinem Wunsche entsprechend wurde er in aller Stille bestattet und in Deutschland kein Nachruf veröffentlicht. Die über 80jährige Witwe und die Tochter wurden im Oktober 1940 aus Freiburg in das Lager Gurs (Frankreich) verschleppt; die Witwe starb auf dem Transport. Mit Bescheid vom 19. Oktober 1940 lehnte der Rektor der Universität Freiburg/Brsg. auf Grund eines Erlasses des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 28. September 1940 die Zulassung des Enkels Paul-Otto Lenel (sog. Mischling 2. Grades) zum Studium ab. Zu seinem 50. Todestag wurde am 7. Februar 1985 an seinem letzten Wohnsitz, dem von ihm erbauten und 1909 bezogenen Haus in der Holbeinstraße 5 in Freiburg im Breisgau, von Stadt und Universität Freiburg eine Gedenktafel angebracht. Dem Schicksal der Familie Lenel wird heute in Freiburg im Rahmen der Aktion Stolpersteine gedacht.

Sein Interesse galt vor allem der römischen Rechtsgeschichte und dem Zivilrecht. Für die Forschung bedeutsam war insbesondere seine Rekonstruktion des prätorischen, unter Hadrian redigierten Edikts und der klassischen Ediktskommentare (Das Edictum perpetuum, 1883). Es gelang ihm, in der justinianischen Zeit vorgenommene Interpolationen nachzuweisen. Er beschäftigte sich auch mit zivilrechtlichen Problemen, insbesondere der Rechtsgeschäftslehre und beteiligte sich an der Diskussion über das in Vorbereitung befindliche Bürgerliche Gesetzbuch.

Er sah auch die Mitgestaltung des geltenden Rechts als seine Aufgabe an. Er beteiligte sich an der Kritik, die die Entwürfe zum BGB begleitete, und nahm zu zentralen zivilrechtlichen Problemen, vor allem dem Gebiet der Rechtsgeschäftslehre, Stellung. Seine zivilistischen Arbeiten atmen den wirklichkeitsnahen Geist, der auch seine rechtshistorischen Werke kennzeichnet. Im Zivilrecht sah er vor allem die sachgerechte Ordnung praktischer Bedürfnisse und wies deshalb dem Ideal der Rechtssicherheit einen hohen Rang zu. Otto Lenel war ein vorzüglicher Dozent, der seine Hörer in systematische Zusammenhänge wie in die Kunst der Falllösung geschickt einzuführen wußte.

Lebenslauf: aufgewachsen in Mannheim. Jurastudium: WS 1866/67 - WS 1867/68 Heidelberg, dann in Leipzig und Berlin, 1. jur. Staatsexamen Ende 1871, Dr. jur. 1872, 2. jur. Staatsexamen 1874, dann Entschluß zur wissenschaftlichen Laufbahn. 1876 habilitierte er sich in Leipzig und wurde 1882 als ord. Prof. der Rechte nach Kiel berufen. Weitere Stationen seiner akademischen Laufbahn waren die Universitäten Marburg (1884), Straßburg (1886) und Freiburg/Breisgau, wo er seit 1907 lehrte, gestorben am 7.2.1935 in Freiburg.

Werke:

- Über Ursprung und Wirkung der Exceptionen (1876)

- Praktikum des bürgerlichen Rechts (1901)

- Parteiabsicht und Rechtserfolg (1881)

- Der Irrtum über wesentliche Eigenschaften (1902)

- Das Sabinussystem (1882)

- Die Lehre von der Voraussetzung (1889)

- Zur Lehre von den actiones arbitrariae (1914)

- Interpolationenjagd (1925)

- Die Formeln der actiones noxiales (1927)

- Wortforschung (1930)

- Afrikans Quästionen. Versuch einer kritischen Palingenesie (1931)

- Das interdictum quod legatorum utile (1932)

- Autobiographie (1922)

 

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Otto_Lenel

http://en.wikipedia.org/wiki/Otto_Lenel

http://www.deutsche-biographie.de/sfz50210.html

http://www.lenel.ch/docs/otto-lenel-d.pdf

http://www.saw-leipzig.de/mitglieder/lenelo

www.lenel.ch/docs/moritz-lenel-d.pdf (Vater Moritz Lenel)

http://d-nb.info/gnd/116899611/about/html

http://www.freiburg-im-netz.de/stolpersteine/stolpdoku.php

 

 

 

Lenel, Viktor

* 18.6.1838 in Mannheim

† 7.10.1917 in Mannheim

Industrieller, Gründer der "Rheinischen Gummi- und Celluloid-Fabrik", Kommerzienrat, Präsident der Handelskammer.

Mitglied der B. Allemannia seit dem Gründungsbeschluß der Allemannia am 20.10.1856 bis zum 8.2.1904.

Bruder von Alfred Lenel und Otto Lenel.

Viktor Lenel war ein bedeutender Industrieller in Mannheim, der seine Position dazu benutzte, soziale Einrichtungen ins Leben zu rufen. Viktor Lenel gründete 1908 das Kinderheim "Viktor-Lenel-Stift" in Neckargemünd, das 1911 der Verwaltung der Stadt Mannheim übergeben wurde. Lebensbild: NDB (= Neue Deutsche Biographie), Bd. 14, S. 203.

Lebenslauf: aufgewachsen in Mannheim, Naturwissenschaftsstudium: WS 1855/56 - WS 1856/57 in Heidelberg, dann Aufgabe des Studiums, kein Universitätsabschluß. Er wurde 1866 Teilhaber im väterlichen Handelsunternehmen, dessen Leitung er 1876 mit seinem Bruder Alfred übernahm. 1873 gründete er mit seinem Bruder Alfred Lenel und dem Kaufmann Friedrich Bensinger (1841-1891, möglicherweise ein Bruder von Richard Bensinger, Mitglied der Allemannia) und dem Bankhaus „Hohenemser & Söhne“ die "Rheinische Hartgummi-Waaren-Fabrik" in Mannheim-Neckarau, die 1885 durch einen Brand zerstört wurde. Die Brüder bauten sie unter dem Namen "Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik" (Markenname: „Schildkröt“-Puppen, rechts das damalige Logo, das Millionen von Spielzeugpuppen ziert) wieder auf (späterer Leiter: Paul Jander, auch Mitglied der Allemannia). Die gleichzeitig gegründete "Fabrik wasserdichter Wäsche, Lenel, Bensinger & Co." wurde zum Hauptabnehmer von Celluloid. Er war Mitglied und 1903-11 Präsident der Mannheimer Handelskammer, gehörte 1905-1909 als erster jüdischer Bürger Badens der Ersten Kammer der badischen Landstände an und wirkte als Handelsrichter und Aufsichtsratsvorsitzender mehrerer Aktiengesellschaften. Er stiftete die Studienförderung "Moritz-und-Caroline-Lenel-Stiftung" (1876) sowie anläßlich seines 70. Geburtstags ein Kindererholungsheim in Neckargemünd („Viktor-Lenel-Stift“; das Gebäude diente lange es als Erholungsheim, in den Sechziger Jahren des 20. Jh.  wurde es Sitz des Bildungswerks Neckargemünd. Heute ist es bis zur Unkenntlichkeit umgebaut und wird von einer Schule genutzt, dem Leonardo-da-Vinci-Gymnasium, einem privaten Gymnasium für Hochbegabte (Aufnahme nur mit IQ > 130). Adresse des Gymnasiums: Im Spitzerfeld 25, Gebäude des früheren Viktor-Lenel-Stiftes: Friedrich-Ebert-Straße 65). Gestorben am 17.10.1917 in Mannheim.

1971 übernimmt die Braas & Co. GmbH (Braas Flachdachsysteme aus Heusenstamm) die Schildkröt Kunststoffwerke AG. 2000 wird aus „Braas Flachdachsysteme“ durch Besitzerwechsel die  „FlachdachTechnologie GmbH & Co. KG“ (kurz: FDT) in Mannheim auf dem alten Firmengelände der Rheinischen Hartgummi- und Celluloidfabrik, Adresse: Eisenbahnstr. 6-8, 68199 Mannheim. Mit der Neufirmierung kehrt auch die Schildkröte in das Logo des Unternehmens zurück (rechts das neue Logo).

Die Schildkröt-Puppen werden seit 1993 von der Firma Schildkröt-Puppen und Spielwaren GmbH“ in  Rauenstein / Thüringen hergestellt.

Links:

http://de.cyclopaedia.net/wiki/Viktor-Lenel

http://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Lenel

http://mannheim.stadtbranchenbuch.com/2684836.html

http://www.lenel.ch/docs/viktor-lenel-d.pdf

http://www.google.de/search?q=Viktor+Lenel&hl=de&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=dR6FUaOMA9HLswa2noHYBQ&ved=0CFgQsAQ&biw=1635&bih=1123

www.stadtarchiv.mannheim.de/strassen/index.php

www.stadtarchiv.mannheim.de/strassen/index.php

www.stadtarchiv.mannheim.de/strassen/index.php

www.fdt.de/index.jsp 

de.wikipedia.org/wiki/Bankhaus_Ladenburg

de.wikipedia.org/wiki/Rheinische_Creditbank

http://www.schildkroet.de/?cnt=history

 

 

 

 

Loening, Edgar

* 14.6.1843 in Paris

19.2.1919 in Halle

Prof. Dr. jur. Dr. phil. ord. Prof. der Rechte, Berühmter Lehrer des Kirchen-, Verfassungs- und Verwaltungsrechts.

Mitglied der B. Allemannia als assoziiertes Mitlied („Konkneipant“) von Mai 1864 bis August 1865, ordentliches Mitglied seit 17.4.1866.

Bruder von Richard Loening. Ihr Vater Karl Friedrich Loening hieß bis 1857 Zacharias Löwenthal. Ein Vetter von Zacharias Löwenthal war Moritz Löwenthal, der ab 1820 Moritz Lenel hieß und der Vater der Brüder Viktor Lenel, Alfred Lenel und Otto Lenel war.

Lebenslauf: aufgewachsen in Frankfurt / Main, Gymnasium in Frankfurt, Abitur 1863. Jurastudium: SS 1863 - WS 1863/64 Bonn, SS 1864 - SS 1865 Heidelberg, WS 1865/66 Berlin, SS 1866 Heidelberg, WS 1866/67 - SS 1867 Leipzig. Dr. phil. 1865, Dr. jur. Juli 1867 in Leipzig. 1867 - 1870 Privatdozent an der Universität Heidelberg, 1868 Habilitation, 1870 - 1872 Verwaltungsbeamter im Bezirkspräsidium im Unterelsaß, 1872 - 1877 außerord. Prof. der Rechte an der Univ. Straßburg, 1877 - 1883 ord. Prof. der Rechte an der Univ. Dorpat (estn. Tartu) in Estland, 1883 - 1886 ord. Prof. der Rechte an der Univ. Rostock, 1886 - 1919 ord. Prof. der Rechte an der Univ. Halle, Berühmter Lehrer des Kirchen- Verfassungs- und Verwaltungsrechts, 1902 Berufung ins Preußische Herrenhaus, Roter Adlerorden II. Kl. mit Eichenlaub, Kronenorden II. Kl., Komturzeichen VI. Kl. des Herzogl.-Anhaltischen Hausordens Albrechts des Bären, gestorben 19.2.1919 in Halle.

Werke:

-       „De pace domestica“ (1867, Dissertation)

-       „Erbverbrüderungen zwischen den Häusern Sachensen und Hessen und Sachsen Brandenburg und Hessen“ (1867)

-       „Die Entwicklung des kirchlichen Eheschließungsrechts“ (1877)

-       „Die Geschichte des Kirchenrechts seit Konstantin“ (1878)

-       „Die Gemeindeverfassung des Urchristentums“ (1888)

-       „Handwörterbuch der Staatswissenschaften“ (Mitherausgeber 1896)

-       „Die Haftung des Staats aus rechtswidrigen Handlungen seiner Beamten“ (1897)

-       „Lehrbuch des deutschen Verwaltungsrechts“ (1894)

-       „Gerichte und Verwaltungsbehörden in Brandenburg-Preußen“ (1914)

Links:

de.wikipedia.org/wiki/Edgar_Loening

www2.bsz-bw.de/bibscout/P/PY/PY450-PY497/PY.480

books.google.de/books

www.catalogus-professorum-halensis.de/loeningedgar.html

books.google.de/books

www.historische-kommission-muenchen-editionen.de/rektoratsreden/anzeige/index.php

www.yasni.de/person/l%F6ning/edgar/edgar-l%F6ning.htm

de.wikipedia.org/wiki/Loening

de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Loening

http://zfbb.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00231355

http://cpr.uni-rostock.de/metadata/cpr_person_00002494

http://www.deutsche-biographie.de/sfz53774.html#index

https://opacplus.bsb-muenchen.de/InfoGuideClient/start.do?Login=opacext&BaseURL=https%3a%2f%2fopacplus.bsb-muenchen.de%2fInfoGuideClient%2fstart.do%3fLogin%3dopacext&Query=2003="117154350"

 

 

Loening, Richard

* 17.8.1848 in Frankfurt / Main

† 19.9.1913 in Jena

Prof. Dr. jur., ord. Prof. der Rechte.

Mitglied der B. Allemannia seit 19.4.1866.

Bruder von Edgar Loening. Ihr Vater Karl Friedrich Loening hieß bis 1857 Zacharias Löwenthal. Ein Vetter von Zacharias Löwenthal war Moritz Löwenthal, der ab 1820 Moritz Lenel hieß und der Vater der Brüder Viktor Lenel, Alfred Lenel und Otto Lenel war. 

Lebenslauf: aufgewachsen in Frankfurt am Main, 1857 - 1866 Frankfurter Gymnasium, Abitur 1866. Jurastudium: SS 1866 - WS 1867/68 Heidelberg, SS 1868 - SS 1869 Berlin, 1. jur. Staatsexamen (durch Promotion erworben, s.u.). Dr. jur. am 4.12.1869 in Berlin, deshalb von der 1. jur. Staatsprüfung suspendiert, Geheimer Justizrat 1898. 25.5.1870 Eintritt in den preußischen Staatsdienst als Referendar in Frankfurt, bis 31.7.1870, dann beim Militär, 1.8.1871 Wiedereintritt in den preußischen Staatsdienst als Referendar in Frankfurt, 1.3.1873 nach Bonn versetzt (bis Ende Februar 1874), 1.3.1874 Austritt aus dem Staatsdienst, Übersiedlung nach Heidelberg behufs Vorbereitung zur Habilitation, 31.7.1875 Habilitation an der Universität Heidelberg an der juristischen Fakultät, 26.7.1878 a.o. Prof. der Rechte in Heidelberg, 1.4.1882 Berufung zum ord. Prof. der Rechte an der Universität Jena, gestorben am 9.9.1913 in Jena.

Sonstige Tätigkeiten: 1889/90, 1896/97 und 1907/08 Rektor der Universität Jena.

 

Links:

www.hlz-jena.de/loening.html

www.historische-kommission-muenchen-editionen.de/rektoratsreden/anzeige/index.php

www.uni-jena.de/unijenamedia/Downloads/einrichtungen/archiv/Rektorentabelle.pdf

de.wikisource.org/wiki/Max_Heinze

www.degruyter.com/search

http://www.koeblergerhard.de/ZRG129Internetrezensionen2012/SchmuhlElisabeth-RichardLoening.htm

http://www.boorberg.de/sixcms/detail.php?id=268149&hl=

http://www.lovelybooks.de/autor/Richard-L%C3%B6ning

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Loening

 

 

 

Lubarsch, Otto

* 4.1.1860 in Berlin

1.4.1933 in Berlin

Prof. Dr. med., Ordinarius für Pathologie, Geheimer Medizinalrat.

Mitglied der B. Allemannia vom 23.4.1880 bis 10.1.1931 und dann wieder seit dem 1.5.1954. Mitglied der B. Teutonia Jena (Kartellburschenschaft der B. Allemannia seit 18.5.1861) von Beginn bis Ende des SS 1881.

Einer der bedeutendsten Gelehrten Deutschlands am Anfang des 20. Jahrhunderts. Autobiographie: "Ein bewegtes Gelehrtenleben" (Springer-Verlag, 1930) Siehe in diesem Buch besonders den Abschnitt "Politische Tätigkeit und meine Stellung zum Judentum" S. 529 - 578.

In seiner frühen Zeit arbeitete Lubarsch besonders auf den Grenzgebieten zwischen Pathologie und Bakteriologie. Später betätigte er sich auf beinahe allen Gebieten der allgemeinen und speziellen Pathologie. Grundlegend sind seine Arbeiten über Pigmente und Entzündung, seine Studien zur Lehre von den Infektionskrankheiten (Entstehung, Verbreitung, Disposition, Immunität), seine Beiträge zur Tuberkulosefrage und zum Geschwulstproblem.

Lebenslauf: Aufgewachsen in Berlin, 1866 - 1879 Königliches Wilhelms-Gymnasium Berlin, Abitur Herbst 1879. Philosophiestudium: WS 1879/80 Leipzig, Zoologiestudium: SS 1880 - WS 1880/81 Heidelberg, Medizinstudium: SS 1881 Jena, WS 1881/82 Berlin, SS 1882 - WS 1882/83 Heidelberg, SS 1883 - SS 1884 Straßburg. Dr. med. am 18.12.1883 (Prüfung) und 25.1.1884 Doktorurkunde in Heidelberg, Med. Staatsexamen Februar 1885 in Straßburg. 1.5.1885- 31.10.1885 Erster Mitarbeiter des Chefs des Physiologischen Institutes der Universität Bern, Hugo Kronecker (71), 1.12.1885 - 15.4.1886 Assistent am pathologischen Institut der Universität Gießen bei Eugen Bostroem, 21.4.1886 - 1888 Assistent am pathol. Inst. der Univ. Breslau bei Emil Ponfick, 1888 - 1889 Assistent am Virchowschen Institut (Pathologie) in Berlin, 1889 an der zool. Station (Kaiserl. Dt. Institut für Meeresforschung) in Neapel (ital. Napoli), 1.6.1889 - 1890 1. Assistent am pathol. Inst der Univ. Zürich bei Edwin Klebs, 1890 - 1891 Privatdozent am pathol. Inst in Zürich, dort Habilitation (Thema: „Über die Ursachen der angeborenen und erworbenen Immunität“), 1891 – 1894 am Pathologischen Institut der Universität Rostock bei Albert Thierfelder, 1894 - 1899 außerordentlicher Prof. ebenda, 1899 - 1904 Vorstand der path.-anat. Abt. des kgl. hygienischen Institutes und Prosektor des Städt. Krankenhauses Posen (poln. Poznań), dort 1904 wegen Differenzen Amt niedergelegt, 1904 - 1905 am Kreiskrankenhaus Groß-Lichterfelde path.-anat. Tätig, 1905 - 1907 nach Zwickau berufen an das (neugegründete) path.-anat.-bakteriol. Institut, 1907 - 1913 ord. Prof. des pathologischen Institutes der Akademie Düsseldorf, 1913 - 1917 ord. Prof. des path. Inst. der Univ. Kiel, 1917 - 1926 ordentl. Prof. des Path.-Anat. Inst. der Univ. Berlin (auf dem Lehrstuhl Virchows), 1926 - 1933 emeritiert, i.R. in Berlin, gestorben am 1.4.1933 in Berlin.

März bis Mai 1885 zwei Monate Italienreise, seit 1898 Herausgeber und Redakteur der "Ergebnisse der Allg. Pathologie und Pathologischen Anatomie der Menschen und Tiere", bis 1906 17 Bände erschienen.

Werke:

-                „Untersuchungen über die Ursachen der angeborenen und erworbenen Immunität“ (1896)

-                „Zur Lehre von den Geschwülsten und Infektionskrankheiten“ (1899)

-                „Pathologische Anatomie und Krebsforschung“ (1902)

-                „Zur Frage der Hochschulreform“ (1919)

-                „Allgemeine und spezielle pathologische Histologie der Strahlenwirkung“ (1928)

-                Autobiographie: "Ein bewegtes Gelehrtenleben", Springer-Verlag (1930)

 

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Lubarsch

http://en.wikipedia.org/wiki/Otto_Lubarsch

http://www.zeno.org/Pagel-1901/A/Lubarsch,+Otto

http://www.personenlexikon.net/d/lubarsch-otto/lubarsch-otto.htm

denkmaeler.charite.de/site/lubarsch/denkmal/

denkmaeler.charite.de/site/lubarsch/person/

www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/17262/

www.springerlink.com/content/n2v268763n672737/

www.springerlink.com/content/u050582373u65711/

www.whonamedit.com/doctor.cfm/1571.html

wapedia.mobi/de/Otto_Lubarsch

cat.inist.fr

http://www.peterlang.com/index.cfm?vID=42761&vLang=D&vHR=1&vUR=2&vUUR=5

http://www.jstor.org/discover/10.2307/20777635?uid=3737864&uid=2129&uid=2&uid=70&uid=4&sid=21102159945121

http://www.weltbild.de/3/16329624-1/buch/zur-lehre-von-den-geschwuelsten-und-infektionskrankheiten.html

http://books.google.de/books?id=QAvfV25dOdAC&pg=PA234&lpg=PA234&dq=Otto+Lubarsch&source=bl&ots=jQTWkBNbna&sig=kn2kmG6cZYlekmgN1bozZordhmg&hl=de&sa=X&ei=bGSGUeuTLo3Osgbd-YC4Ag&ved=0CGgQ6AEwBTgU#v=onepage&q=Otto%20Lubarsch&f=false